aus Google News vom 22.01.26

Taubenschutz in Mettmann: Ehrenamt am Limit

Tauben aus der Innenstadt in sichere Bereiche lenken, ihnen mit Taubenhäusern Schutz bieten und den Bestand durch den Austausch von Eiern tierschutzgerecht regulieren – dieses Konzept sollte Mettmann voranbringen. Doch derzeit gerät das Projekt ins Stocken: Ehrenamtliche stehen ohne ausreichende Unterstützung da, ein Standort für ein Taubenhaus fehlt weiterhin.

Gute Idee – fehlender Rückhalt

Nach dem Ratsbeschluss im November 2024 gründete sich der Verein Stadttauben e. V. Engagierte Freiwillige übernahmen die mühsame Aufgabe, Tauben vom Jubiläumsplatz wegzulocken. Vorgesehene Standorte wie Hammerbach oder Seibelquerspange erwiesen sich jedoch als nicht umsetzbar – vor allem wegen Anwohnerprotesten. Bis heute gibt es keine endgültige Lösung.

Dabei wurde das Projekt zunächst als Erfolg wahrgenommen: Stadt, Geschäftsleute und Öffentlichkeit meldeten positive Entwicklungen zurück. Die Tauben nahmen die neuen Futterstellen an – das Konzept schien zu funktionieren.

Ehrenamtliche zahlen privat

Nun machen die Grünen öffentlich auf bestehende Probleme aufmerksam. Sie fordern, dass die Stadt Kosten für Futter, tierärztliche Versorgung und notwendige Maßnahmen übernimmt und noch vor der Brutzeit ein Taubenhaus ermöglicht.

Für den Verein ist die Situation belastend. Täglich fallen rund 20 Euro Futterkosten an. „Unsere Kasse ist leer – wir zahlen derzeit privat“, sagt Sprecherin Jennifer Huth. Frühere Zusagen der Stadt zur Kostenübernahme seien bislang nicht verbindlich geregelt.

Stadt und Verein: Reden statt schieben

Die Stadt verweist darauf, dass Ehrenamtliche in anderen Kommunen ebenfalls Futterkosten tragen. Gleichzeitig bleibt die Vereinbarung mit dem Verein an dieser Stelle unklar. Eine Lösung ist dringend nötig – im Sinne der Tiere und der Menschen, die sich für sie einsetzen.

Mehr Tauben als gedacht

Zusätzliche Unsicherheit bringt die Frage nach der tatsächlichen Taubenpopulation. Statt der angenommenen 200 Tiere könnten es deutlich mehr sein. Für eine verlässliche Zählung fehlen dem Verein jedoch Mittel und Helfer.

Unser Appell

Tierschutz braucht Verlässlichkeit. Ehrenamt darf nicht auf Dauer zur finanziellen und emotionalen Belastung werden. Wenn Stadttauben tierschutzgerecht geholfen werden soll, braucht es klare Zuständigkeiten, faire Unterstützung und den gemeinsamen Willen, Lösungen zu finden – jetzt, nicht irgendwann.