Tierschutzverein Erkrath
  • TIERVERMITTLUNG
  • NEWS
  • SCHUTZORGANISATIONEN
  • PROTESTE
  • Medien
  • KATZEN-INFOS
  • TIER-INFOS
  • TIERSCHUTZ
  • GESUNDHEIT
  • BÜCHER
  • _________________________________________________________________________________________________________________________________________________________________
  • KATZENKRANKHEITEN
  • Katzenkrankheiten - schwere
  • KATZENKRANKHEITEN - MITTELSCHWERE
  • KATZENKRANKHEITEN - LEICHTE
  • TIERARZT-KLINIKEN KOSTEN
  • TIERÄRZTE-KLINIKEN im umkreis

Tierärzte-Kliniken im Umkreis

  • TIERÄRZTE MIT DENEN WIR ZUSAMMENARBEITEN
  • TIERÄRZTE - KLINIKEN IM UMKREIS
  • Düsseldorf - Meerbusch - Erkrath
  • Hilden - Mettmann - Ratingen
  • Mönchengladbach - Neuss - Wuppertal
  1. Aktuelle Seite:  
  2. Startseite
  3. KATZENKRANKHEITEN
  4. TIERÄRZTE-KLINIKEN im umkreis
  5. Katzenkrankheiten
  6. Katzenkrankheiten - schwere

Vergiftungen

Viele Katzenhalterinnen und ­halter unterschätzen, wie häufig Vergiftungen vorkommen – nicht nur durch Pflanzengifte oder Haustoxine, sondern auch durch Alltagsstoffe im Haushalt, Medikamente, Insektizide, Giftköder und mehr. Da Katzen oft neugierig sind und Stoffe durch Lecken, Kauen oder Gefallen aufnehmen, besteht ein permanentes Risiko.

Eine Vergiftung kann sich rasch entwickeln und lebensbedrohlich sein. Deshalb ist es wichtig, Symptome früh zu erkennen, schnell zu handeln und vorbeugend tätig zu werden. Dieser Artikel soll Ihnen helfen, das Thema zu verstehen, Risiken zu minimieren und vorbereitet zu sein.

ACHTUNG

Einige Links führen zu Beiträgen in englischer Sprache. Rufen Sie die Seite auf, klicken mit der rechte Maustaste.
Im erscheinendem Menü wählen Sie ÜBERSETZEN IN DEUTSCH.


Vergiftungen

Eine Vergiftung (intoxikation) ist ein Schaden, der durch die Aufnahme (verschluckt, eingeatmet, über Haut oder Schleimhäute) von toxischen Substanzen verursacht wird.

Diese Substanzen nennt man Toxine oder Gifte. Sie können vielfältiger Natur sein: chemische Stoffe, Medikamente, Pflanzengifte, Pestizide, Reinigungsmittel, Schwermetalle, Insektizide, Rodentizide (Rattengifte) u. a.

Wirkungsweise von Giften

  • Manche Gifte wirken lokal (z. B. Verätzungen)
  • Andere werden in den Körper aufgenommen und stören systemisch Organe wie Leber, Niere, Nervensystem, Blutgerinnung etc.
  • Die Wirkung hängt ab von Art des Giftes, aufgenommener Dosis, Zeit seit Aufnahme, Körpergröße / Gesundheitszustand der Katze

Beispiele typischer Verursacher von Vergiftungen

KategorieBeispiele / GruppenBesonderes Risiko
Haushaltsstoffe & Reinigungsmittel Bleichmittel, Ammoniak, Chlorverbindungen, Desinfektionsmittel, Essigsäure, ätherische Öle

Kontakt mit Schleimhäuten, Einatmen oder Lecken
Medikamente (für Mensch oder Tier) Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol, Herzmedikamente, Antidepressiva, Wirkstoffe für Hunde

Viele sind für Katzen giftig – schon kleine Mengen gefährlich
Pflanzengifte Lilien (insbesondere bei Katzen sehr gefährlich), Dieffenbachie, Oleander, Weihnachtsstern, Efeu, Lupinen etc.

In Zwiebeln, Blättern, sauren Pflanzenteilen enthaltene Toxine
Pestizide / Insektizide Permethrin (häufig in Flohmitteln für Hunde), Insektizide, Herbizide, Schneckenkorn

Bei Katzen oft besonders toxisch, da ihr Stoffwechsel bestimmte Wirkstoffe schlechter abbaut
Rodentizide / Rattengift z. B. Cumarin-Derivate (Vit-K-Antagonisten), Cholecalciferol, Zinkphosphid u. a.

Blutungsneigung, Nierenversagen, Organversagen
Giftköder Verschiedene Substanzen (z. B. Schneckenkorn, Frostschutzmittel) in präparierter Form

Häufige Gefahr für Freigänger:innen
Schwermetalle & Umweltschadstoffe

Blei, Quecksilber, Pestizidrückstände Selten, aber möglich bei Umgebungskontamination

 


Betroffene Katzen

Prinzipiell kann jede Katze betroffen sein — sowohl Hauskatzen als auch Freigänger:innen. Besonders gefährdet sind:

  • Jungtiere, Kätzinnen im Wachstum
  • Katzen mit Vorerkrankungen (Leber, Niere, Herz)
  • Freigänger:innen, die Köder aufnehmen oder draußen auf Pflanzen stoßen
  • Katzen, die mit Medikamenten in Berührung kommen

Welche Katzen sind gefährdet?

  • Freigängerkatzen:
    Zugang zu Gärten, Höfen, Giftködern, Unkrautvernichtungsmitteln

  • Innenhaltungskatzen:
    Risiko durch Haushalt, Zimmerpflanzen, Reinigungsmittel, Medikamente

  • Alte oder kranke Katzen:
    eingeschränkte Entgiftungsfähigkeit

  • Katzen in Mehrtierhaushalten:
    auch Umweltgifte, Tierarzneimittel anderer Tiere

  • Kätzinnen und Kater mit Medikamenten:
    versehentliche Selbstmedikation durch Besitzer:innen

 


Symptome einer Vergiftung

Die Symptome sind sehr vielfältig und unspezifisch, denn sie hängen stark vom Giftstoff ab. Deshalb ist es wichtig, stets aufmerksam zu sein und bei Verdacht frühzeitig zu handeln. Hier eine systematische Einteilung:

Frühanzeichen (unspezifisch)

  • Appetitlosigkeit / Futterverweigerung
  • Mattigkeit / Schwäche / Apathie
  • Mehr Speichelfluss / Speicheln
  • Erbrechen, oft mehrfach
  • Durchfall (teilweise blutig)
  • Bauchschmerzen, Koliken

Fortgeschrittene Symptome / spezifische Zeichen

  • Zittern, Krämpfe, Muskelzuckungen
  • Atemnot, erhöhte oder verringerte Atmung
  • Verwirrtheit, Desorientierung, wankender Gang
  • Bewusstseinsstörungen bis Koma
  • Blutungen (z. B. Blut im Harn, Kot, Zahnfleischbluten)
  • Gelbfärbung der Schleimhäute / Ikterus (bei Lebergift)
  • Herz-Kreislauf-Probleme, Schock
  • Nierenversagen (bei bestimmten Giften)
  • Pupillenveränderungen (weit / eng)
  • Schwellungen, Hautveränderungen, Ausschläge

Zeitlicher Verlauf

Manche Gifte wirken sehr schnell (Minuten bis Stunden), andere erst verzögert (z. B. Rattengift mit Blutgerinnungsstörung – Symptome oft nach 36–72 Stunden) 

Wichtig: Jede Abweichung vom normalen Verhalten – selbst wenn sie harmlos wirkt –
sollte ernstgenommen werden bei Verdacht auf Vergiftung. Viele Todesfälle lassen sich vermeiden durch schnelles Handeln.

 


Gefahr für Menschen & Zoonose-Risiko

  • Direkte Gefahr für Menschen:
    Die meisten der für Katzen gefährlichen Gifte sind für Menschen nur dann gefährlich, wenn sie in sehr großen Mengen aufgenommen werden oder direkt in Kontakt kommen. Dennoch ist Vorsicht geboten, insbesondere bei Kindern oder wenn Substanzen offen herumliegen.

  • Zoonose-Risiko:
    Eine klassische Vergiftung ist in der Regel keine Zoonose (d. h. sie wird nicht von der Katze auf den Menschen übertragbar).

  • Indirekter Risikoaspekt:
    Wenn z. B. Schwermetalle, Pestizide oder Umweltschadstoffe beteiligt sind, können diese auch Menschen beeinträchtigen. Zudem ist bei bestimmten Giften im Haushalt (z. B. Bleipartikel) eine Kreuzkontamination möglich.

  • Ausnahme:
    Wenn durch eine Vergiftung Organschäden (z. B. an Leber oder Niere) entstehen, verändert sich die Ausscheidung von Abbauprodukten – aber das macht die Katze nicht zu einer Ansteckungsquelle.

Fazit: Eine Vergiftung der Katze ist primär ein Tierproblem. Die Gefahr für Menschen ist in den meisten Fällen gering,
insofern man vorsichtig mit giftigen Substanzen im Haushalt umgeht.

 

 


Diagnostik (Was macht die Tierärztin / der Tierarzt?)

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Katze vergiftet sein könnte, wird die Tierärztin oder der Tierarzt typischerweise folgendermaßen vorgehen:

Gespräch & Anamnese

  • Frage, wann und womit Ihre Katze in Kontakt kam (Hausmittel, Pflanze, Medikament, Köder etc.)
  • Zeitrahmen: vor wieviel Zeit?
  • Menge (sofern bekannt)
  • Welche Symptome wurden beobachtet?
  • Vorerkrankungen, Medikamente, Impfstatus etc.

Klinische Untersuchung

  • Temperatur, Herzfrequenz, Atemfrequenz
  • Schleimhäute prüfen (Farbe, Feuchtigkeit)
  • Abdomen (Bauch) abtasten
  • Nervensystem: Reflexe, Gangbild, Krämpfe
  • Augen (Pupillen, Netzhaut)
  • Puls, Kapillarzeit (Blutgerinnung)

Spezielle Diagnostik / Labor

UntersuchungZweck / Aussagekraft
Blutuntersuchung (großes Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte, Elektrolyte) Hinweise auf Organbelastung und Systemreaktion
Gerinnungsparameter Insbesondere bei Verdacht auf Antikoagulantien (Rattengift)

Urinuntersuchung Ausscheidung von Gift oder Abbauprodukten, Nierenschädigung

Kotuntersuchung Bei Giften, die über Darm wirken oder Parasiten im Verdacht stehen

Toxin-Tests / Screening Wenn verfügbar: Nachweis bestimmter Giftstoffe

Bildgebung (Röntgen, Ultraschall) Bei Verdacht auf Verätzungen, Fremdkörper oder Organveränderungen

Spezialtests z. B. Elektrolytmessungen, Blutanalyse auf Schwermetalle, oder organ-spezifische Marker

Manchmal ist das Gift nicht nachweisbar – dann stützt man sich auf Symptome, Verlauf und Ausschlussdiagnostik.

 


Therapie & Behandlung

Grundprinzipien / Behandlungsziele

  • Gift möglichst schnell und vollständig aus dem Körper entfernen oder neutralisieren
  • Symptome lindern und Organfunktionen sichern
  • Komplikationen vermeiden (z. B. Kreislaufkollaps, Herzversagen, Nierenversagen)
  • Unterstützende Maßnahmen (Flüssigkeit, Ernährung, Überwachung)

Wann ist tierärztliche Behandlung zwingend?

Ja – eine Vergiftung kann niemals allein zuhause behandelt werden. Nur die Tierärztin bzw. der Tierarzt kann einschätzen, ob und welche Maßnahmen erforderlich sind (z. B. Magenspülung, Antidote, Intensivüberwachung). In einem Vergiftungsfall zählt jede Minute.


Behandlungsmethoden im Detail

TherapieansatzBeschreibung / Hinweis
Magenspülung / Magenauswaschung Nur sinnvoll, wenn die Aufnahme kürzlich erfolgte (meist ≤ 1–2 Stunden)

Verabreichung von Aktivkohle oder Adsorptionsmitteln Binden Giftstoffe im Magen/Darm, verhindert Resorption (nur nach tierärztlicher Anweisung)

Antidote (Gegengifte) Spezielle Mittel gegen bestimmte Toxine (z. B. Vitamin-K bei Cumarin-Rattengift)

Flüssigkeitstherapie / Infusionen Stabilisierung des Kreislaufs, Förderung der Ausscheidung

Medikamente zur Symptomkontrolle z. B. Antiemetika, Krampflöser, Schmerzmittel (nur speziell für Katzen geeignet)

Blut- / Plasmapherese / Dialyse In sehr schweren Fällen zur Entfernung gelöster Toxine aus Blut

Operation Selten; z. B. bei Verätzungen, Fremdkörpern oder Gewebsnekrosen

Intensivüberwachung Vitalparameter, Blutdruck, Elektrolyte, Organparameter regelmäßig kontrollieren

Nachsorge & Pflege zu Hause Angepasste Ernährung, Schonung, Wundpflege, Medikamentengabe, Nachuntersuchungen


Dauer der Therapie

Die Behandlungsdauer kann stark variieren – von einigen Tagen bis zu mehreren Wochen – abhängig vom Gift, der aufgenommenen Menge, wie rasch mit der Therapie begonnen wurde und wie stark Organe betroffen sind.

Risiken & Nebenwirkungen

  • Antidote oder Medikamente haben oft eigene Risiken
  • Überdosierung
  • Elektrolytstörungen
  • Begleitschäden an Organen
  • Sekundärinfektionen
  • Kostenaspekt

 

Bezug und Legalität von Tierarzneimitteln

In Deutschland und der EU unterliegen Tierarzneimittel strengen Zulassungs- und Verschreibungsregeln. Nicht jeder Wirkstoff ist frei verfügbar, und viele Medikamente sind rezeptpflichtig.
Illegale oder nicht zugelassene Präparate bergen zusätzlich Risiken bezüglich Qualität und Sicherheit .

 


Prognose, Langzeitfolgen & Kosten

Prognose & Heilungschancen

  • Je schneller erkannt und behandelt, desto besser
  • Leichte Vergiftungen können oft vollständig ausgeheilt werden
  • Schwer vergiftete Tiere können bleibende Schäden behalten (z. B. Leber- oder Nierenschäden, neurologische Defizite)
  • Bei sehr hohen Dosen oder Verzögerung steigt das Sterberisiko massiv

Langzeitfolgen

  • Chronische Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Epileptische Anfälle
  • Organinsuffizienzen
  • Neurologische Störungen
  • Verlangsamte Genesung oder Rückfälle

Kosten der Behandlung

  • Hängen stark ab vom Umfang
    (Hospitalisation, Intensivbehandlung, Antidote, Dialyse etc.)

  • In vielen Fällen mehrere hundert bis mehrere tausend Euro

  • Ob Ratenzahlung möglich ist, hängt von der Tierpraxis ab –
    manche Praxen bieten Teilzahlungen an

Tierkrankenversicherung – sinnvoll oder übervorsichtig?

  • Eine Versicherung kann in Notfällen finanziell enorm entlasten
  • Bei älteren Tieren oder Vorerkrankungen oft teurer
  • Sie lohnt sich besonders für Halterinnen und Halter, die eine hochwertige Behandlung wünschen und unerwartete Kosten vermeiden möchten

 


Ernährung & Diät während und nach Vergiftung

Während und nach einer Vergiftung benötigt die Katze eine angepasste Ernährung:

Empfehlungen

  • Leicht verdauliches Futter
    (schonkostartig)

  • Hochwertiges, proteinarmes Futter,
    wenn Nieren oder Leber betroffen sind

  • Ausreichend Flüssigkeit,
    ggf. unter tierärztlicher Kontrolle

  • Kleine, häufige Mahlzeiten
    statt große Portionen

  • Nahrung ggf. erwärmen,
    um Appetit zu steigern

Zu vermeidende Inhaltsstoffe

  • Fettige, scharfe, stark gewürzte oder stark proteinhaltige Kost
  • Zusatzstoffe, Chemikalien, künstliche Farbstoffe
  • Zusätze, die eine schon geschädigte Leber oder Niere belasten (z. B. Phosphor)

Die spezifische Diät muss individuell mit der Tierärztin bzw. dem Tierarzt abgestimmt werden.

 


Vorbeugung & Prävention

Prävention ist der beste Schutz – hier einige Maßnahmen:

Haushalts- und Umweltmaßnahmen

  • Giftige Substanzen sicher verwahren
    (Ort, kind- und tiergeschützt)

  • Auf Reinigung:
    nur haustierfreundliche Mittel verwenden

  • Keine ätherischen Öle offen stehen lassen
    (z. B. Teebaumöl, Lavendel)

  • Zimmer- und Gartenpflanzen auf Giftigkeit prüfen
    (z. B. Lilien, Oleander, Weihnachtsstern)

  • Keine Medikamente offen herumliegen

  • Vorsicht bei
    Insektiziden, Pestiziden, Schneckenkorn etc.

  • Freigang kontrollieren,
    Giftködergefahr minimieren

Tierärztliche Vorsorge

  • Regelmäßige Gesundheitschecks & Blutuntersuchungen
  • Impfungen und Parasitenkontrolle (auch bei Auslandsreisen)
  • Beratung zu risikoarmen Mitteln (z. B. sichere Floh-/Zeckenpräparate speziell für Katzen)
  • Dokumentieren, was Ihre Katze frisst oder worauf sie reagiert

Sofortiger Tierarztbesuch

Wenn Sie vermuten, dass Ihre Katze etwas Giftiges aufgenommen hat – nicht abwarten, sondern direkt tierärztlich handeln.

Aktuelle Therapien in Deutschland / Europa

  • Standardtherapien wie
    Aktivkohle, Flüssigkeitstherapie, Antidote (z. B. Vitamin-K bei Cumarin-Vergiftung) werden routinemäßig angewandt

  • Fortgeschrittene Methoden wie
    Blutwäsche / Hämoperfusion oder Dialyse sind in spezialisierten Tierkliniken verfügbar

  • Forschung zu neuen Antidoten und spezifischen Toxin-Inhibitoren läuft,
    aber viele noch experimentell

  • In Deutschland gilt seit 2022 die EU-Verordnung über Tierarzneimittel (Regulation (EU) 2019/6)
    zur strengeren Zulassung und Anwendung von Tierarzneimitteln

 


Formular mit Fragen an den Tierarzt

Sie können dieses Formular ausfüllen und mit zur Tierärztin / zum Tierarzt mitbringen:

  1. Zeitpunkt der Aufnahme (wann ungefähr?): __________
  2. Art der Substanz / Name / Marke / Pflanze (so genau wie möglich): __________
  3. Menge (geschätzt): __________
  4. Symptome beobachtet (mit Zeitpunkten):
    • Erbrechen (wann, mehrfach?)
    • Durchfall
    • Speicheln
    • Zittern / Krämpfe
    • Atemnot
    • Bewusstseinsveränderung
    • Weitere: __________
  5. Vorerkrankungen / bestehende Medikamente / Operationen: __________
  6. Impfstatus / regelmäßige Medikamente: __________
  7. Hausmittel oder Erste-Hilfe-Maßnahmen, die bereits angewandt wurden: __________
  8. Zeitpunkt des Eintreffens beim Tierarzt (geplant): __________
  9. Fragen, die Sie der Tierärztin / dem Tierarzt stellen möchten:
    a) Gibt es ein verfügbares Antidot?
    b) Welche Organe sind gefährdet?
    c) Wie lange dauert die Therapie geschätzt?
    d) Was sind die Risiken?
    e) Welche Nachsorge ist nötig?

 


Checkliste für Katzenhalter: Warnzeichen (bitte Kästchen ankreuzen)

( ) Appetitlosigkeit / Futterverweigerung
( ) Ungewöhnliche Mattigkeit / Apathie
( ) Starker Speichelfluss / Sabbern
( ) Wiederholtes Erbrechen
( ) Durchfall (möglichst mit Hinweis auf Blut)
( ) Bauchschmerzen / gesteigerte Empfindlichkeit
( ) Zittern, Muskelzuckungen
( ) Krampfanfälle
( ) Atemnot / veränderte Atmung
( ) Verwirrtheit / Desorientierung
( ) Bewusstseinsprobleme / Koma
( ) Blut im Urin / Kot / Zahnfleisch
( ) Gelbfärbung der Schleimhäute
( ) Herz-Kreislauf-Symptome / Schockzeichen
( ) Pupillenveränderungen
( ) Neurologische Ausfälle / Lähmungen

Wenn mindestens eines dieser Symptome zutrifft und Sie den Verdacht auf Vergiftung haben: sofort zum Tierarzt, bitte nicht warten!

 


Rechtliche Lage für Katzenhalter
Deutschland / EU

  • Tierarzneimittel benötigen eine offizielle Zulassung
    (national oder EU) gemäß § TAMG und Verordnung (EU) 2019/6

  • Eigentümer:innen dürfen rezeptpflichtige Tierarzneimittel nicht eigenmächtig anwenden,
    außer sie wurden ausdrücklich von der Tierärztin / dem Tierarzt verordnet

  • Werbung für Tierarzneimittel
    ist geregelt nach der Verordnung (EU) 2019/6

  • Arzneimittel für Menschen sind gemeinhin nicht zulässig für Tiere,
    sofern nicht ausdrücklich tierärztlich angeordnet (Ausnahme: zugelassene Ausnahmefälle)

  • Ein Verstoß kann Bußgelder
    oder rechtliche Konsequenzen haben

Auslandsreisen / USA

Bei Auslandsreisen sind zusätzliche Vorschriften zu beachten:

RegionBesondere Anforderungen / Regelungen
EU / Deutschland (innerhalb EU)

Einheitliche Regeln durch Verordnung (EU) 2019/6
Einreise in die EU mit Haustieren

Verordnung (EU) Nr. 576/2013 regelt die Einfuhr von Hunden, Katzen, Frettchen
USA (als Beispiel) Strengere Vorschriften für Einfuhr von Tieren, Impf- und Gesundheitszeugnisse erforderlich (z. B. Tollwutimpfung, oft Entwurmung, Quarantäne)

Recht auf Mitführen von Medikamenten im Ausland

Nur zugelassene Tierarzneimittel sind erlaubt — prüfen Sie Grenz- und Zollvorgaben

 


Quellen & weiterführende Literatur (Auswahl)

Deutsche / deutschsprachige Quellen

  • AniCura: Vergiftungen bei der Katze —
    https://www.anicura.de/fuer-tierbesitzer/katze/wissensbank/vergiftungen-bei-der-katze/

  • Zooplus Magazin: Katze vergiftet: Gefahren, Symptome und Erste Hilfe —
    https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzengesundheit-pflege/katze-vergiftet

  • AGILA: Vergiftung bei Katzen erkennen, behandeln und verhindern —
    https://www.agila.de/tiergesundheit/katzengesundheit/krankheiten/833-vergiftung-bei-der-katze

  • Deutscher Tierschutzbund: Giftige Pflanzen und Stoffe für Haustiere —
    https://www.tierschutzbund.de/tiere-themen/vergiftungen-bei-haustieren/

  • Bundesverband für Tiergesundheit: Erste Hilfe bei Vergiftungen —
    https://www.bft-online.de/kleintiergesundheit/im-haushalt-lauern-gefahren-fuer-hund-und-katze/erste-hilfe-bei-vergiftungen

Internationale / wissenschaftliche Quellen

  • EMA: Veterinary Medicinal Products Regulation —
    https://www.ema.europa.eu/en/veterinary-regulatory-overview/veterinary-medicinal-products-regulation

  • Frontiers in Veterinary Science: Authorization and Toxicity of Veterinary Drugs and Plant Protection Products
    https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2017.00146/full

  • Regulation (EU) 2019/6 (Veterinary Medicinal Products) und nationale Umsetzung
    https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2019/6/oj/eng

  • Forschung zu Haustiervergiftungen in Europa: Animal poisoning in Europe. Part 2: Companion animals (ResearchGate) —
    https://www.researchgate.net/publication/26317545_Animal_poisoning_in_Europe_Part_2_Companion_animals
Details
Zugriffe: 2079

Diabetes mellitus mit Ketoazidose bei Katzen – was ist das?

Offizieller Name und Begriffsklärung

  • Der offizielle (medizinische) Begriff lautet „feline Diabetes mellitus mit diabetischer Ketoazidose (DKA)”.
  • „Diabetes mellitus“ ist die Zuckerkrankheit, bei der der Blutzucker zu hoch ist, weil Insulin fehlt oder das Insulin nicht ausreichend wirkt.
  • „Ketoazidose“ bedeutet, dass der Körper vermehrt Ketonkörper bildet (Abbau von Fett) und dadurch das Blut übersäuert (Azidose).
  • Diese Kombination ist eine gefahrvolle Stoffwechselentgleisung bei Katzen mit Diabetes.

Was ist die Ursache? (Erreger, Verursacher, Betroffenheit)

  • Es handelt sich nicht um eine ansteckende Erkrankung –
    es gibt keinen Erreger (wie z. B. Virus oder Bakterium).

  • Die Ursache liegt im Ungleichgewicht des Stoffwechsels:
    Bei zu wenig Insulin (oder ineffektiver Wirkung von Insulin) kann Glukose (Zucker) nicht in die Zellen gelangen. Der Körper „hungert“ trotz hohem Blutzucker und beginnt, Fett abzubauen – dabei entstehen Ketonkörper.

  • Bei lang andauerndem Insulinmangel bzw. wenn zusätzlich Stress oder eine andere Erkrankung vorhanden ist,
    kann dieser Prozess außer Kontrolle geraten und zur Ketoazidose führen.
    DocCheck Flexikon

  • Katzen mit Diabetes mellitus sind grundsätzlich gefährdet –
    insbesondere, wenn der Diabetes unentdeckt, schlecht eingestellt oder begleitet von anderen Erkrankungen ist.
    Klinik für Interne Medizin und Seuchenlehre

  • Statistisch gesehen haben viele Katzen mit Diabetes den Typ-2-Mechanismus:
    Insulinresistenz und gestörte Betazellfunktion (nicht absoluter Insulinmangel). Nur ein Teil der Katzen entspricht dem klassischen Typ-1-Diabetes.
    Wikipedia

  • Bei einer Studie wurde festgestellt, dass bei ~93 % der Katzen mit Ketoazidose
    eine zusätzliche Erkrankung vorlag (z. B. Infektion, Pankreatitis) als Auslöser.
    Veterinärmedizinische Universität Wien

 


Welche Katzen sind betroffen?

Risikofaktoren:

  • Übergewicht (Adipositas) –
    eine der wichtigsten Ursachen, da Übergewicht die Insulinwirkung schwächt.
    Katzenklinik Frankfurt

  • Höheres Alter

  • Wohnungskatze, geringe Bewegung

  • Rasseveranlagung – z. B. Burma-Katzen haben ein höheres Diabetes-Risiko.
    Wikipedia

  • Vorherige Behandlung mit Kortison oder anderen Medikamenten,
    die Blutzucker steigern können

  • Begleiterkrankungen
    wie Pankreatitis, Harnwegsinfektionen, Erkrankungen der Leber oder Nieren

 


Symptome – worauf Sie achten sollten

Katzen zeigen oft unspezifische Anzeichen – achten Sie schon bei kleinen Auffälligkeiten.

2.1 Frühe Warnzeichen

Diese Symptome können sich schleichend entwickeln:

  • Erhöhter Durst (Trinkmenge steigt)
  • Häufigeres Urinieren
  • Gewichtsverlust trotz gutem Appetit oder gesteigertem Fressdrang
  • Schwäche, Müdigkeit, weniger Aktivität
  • Ungepflegtes Fell, struppiges Fell

Diese Zeichen deuten zunächst auf einen Diabetes hin, noch nicht zwangsläufig auf eine Ketoazidose.
SAGE Journals

2.2 Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung / Ketoazidose

Wenn sich die Ketoazidose entwickelt, treten ernstere Symptome auf:

  • Appetitlosigkeit bis vollständige Futterverweigerung
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Dehydratation: z. B. Haut, die beim sanften „Hochziehen“ nicht sofort zurückspringt
  • Tiefes, schnelles Atmen oder „Kussmaulatmung“ (um überschüssige Säure auszugleichen)
  • Schwäche, Teilnahmslosigkeit
  • Geruch nach Aceton (fruchtiger, süßlicher Geruch aus dem Maul)
  • Bewusstseinsstörungen oder Koma in schwersten Fällen
    Tierklinik Ismaning PetMD - Für Haustiere. Von Tierärzten

Diese Zeichen deuten auf eine Notfallsituation hin – umgehender Tierarztbesuch ist unverzichtbar.

 


Ist die Krankheit für Menschen gefährlich / ansteckend?

  • Keine Ansteckung für Menschen,
    da kein Erreger beteiligt ist – es handelt sich um eine Stoffwechselkrankheit.

  • Keine Zoonose,
    d.h. kein Infektionsrisiko durch Kontakt.

  • Für Menschen besteht also keine Gefahr durch die Katze,
    außer im seltenen Fall einer Nahrungsübertragung (z. B. gemeinsam genutzte Hilfsmittel) – aber das ist wissenschaftlich nicht belegt.

 


Was tut der Tierarzt?

Ja, eine Diagnose und Behandlung kann nur ein Tierarzt verlässlich durchführen. Als Katzenhalterin oder -halter können Sie vorbereitend mitwirken.

Anamnese / Vorgeschichte

Der Tierarzt wird Sie fragen:

  • Wie lange bestehen Symptome wie Durst, häufiges Urinieren, Gewichtsverlust?
  • Gab es kürzlich Erkrankungen (z. B. Infektionen, Stress, Operation)?
  • Welche Medikamente erhält die Katze?
  • Impfstatus, Haltung (Freigang, Wohnung), Fütterung etc.

Klinische Untersuchung

  • Allgemeinzustand, Gewicht, Körperkondition
  • Schleimhäute (Farbe, trocken), Hautelastizität (für Dehydratation)
  • Herz, Lunge, Abdomen (z. B. Schmerzen, Vergrößerung der Organe)
  • Atmung: schnell, tiefe Atmung?
  • Körpertemperatur

Labordiagnostik

Der Tierarzt wird verschiedene Tests veranlassen:

  • Blutuntersuchung
      – Blutzucker (Glukose)
      – Elektrolyte (z. B. Kalium, Natrium)
      – Säure-Basen-Werte (z. B. pH, Bicarbonat)
      – Kreatinin, Harnstoff (Nierenfunktion)
      – Leberenzyme
      – ggf. Fructosamin – Indikator zur Beurteilung, wie stark der Blutzucker in den letzten Wochen geschwankt hat
         Wikipedia
  • Urinuntersuchung
      – Glukose (Zucker im Urin)
      – Ketonkörper (Ketone)
      – ggf. Nachweis von Infektionen (z. B. Harnwegsinfektion)
         PetMD
  • Messung von Ketonkörpern im Blut
      Insbesondere der Ketonkörper Beta-Hydroxybutyrat (BOHB) kann helfen, zwischen leichter Ketose und gefährlicher Ketoazidose zu unterscheiden. In einer Studie wurde für Katzen ein Cut-off-Wert von 4,05 mmol/L ermittelt.
    Thieme - Tierärztliche Praxis für Kleintiere
  • Weitere Zusatzuntersuchungen je nach Verdacht:
    Röntgen, Ultraschall, Entzündungsmarker, spezielle Tests bei Verdacht auf Pankreatitis etc.

Einschätzung

Anhand aller Befunde bestimmt der Tierarzt:

  • Ob tatsächlich eine Ketoazidose vorliegt
  • Welche Begleiterkrankungen vorhanden sind
  • Wie schwer sie ist
  • Welche Therapie notwendig ist

 


Behandlung und Therapie

5.1 Behandlungsziele

Die Therapie hat mehrere Ziele, die gleichzeitig verfolgt werden:

  1. Wiederherstellung des Flüssigkeits- und Elektrolythaushalts
  2. Senkung des Blutzuckers durch Insulin
  3. Unterdrückung der Ketonkörperbildung und Korrektur der Azidose
  4. Behandlung von Begleiterkrankungen / Auslösern
  5. Langzeitmanagement des Diabetes

5.2 Therapiestrategie – stationär und ambulant

5.2.1 Krankenhaus / Intensivstation (unverzichtbar bei Ketoazidose)

  • Die Katze wird stationär aufgenommen,
    meist in einer Intensiv- oder Überwachungsstation.

  • Intravenöse Infusionen (Flüssigkeit, Elektrolyte, Pufferlösungen)
    zur Ausgleichung von Austrocknung und Säure-Basen-Störungen.

  • Kurz wirksames Insulin (z. B. intravenös oder subkutan)
    wird verabreicht, um den Blutzucker zu senken und den Ketoseprozess zu unterbrechen.

  • Engmaschige Kontrolle von
    Blutzucker, Elektrolyten, pH-Wert, Ketonkörpern.

  • Bei ausgeprägter Azidose kann eine
    Puffertherapie (z. B. Bicarbonat) erforderlich sein.

  • Behandlung von Auslösern:
    z. B. Infektionen mit Antibiotika, Behandlung der Pankreatitis etc.

  • Pause für Fortpflanzung (Appetitstimulanzien,
    Ernährung per Sonde, falls Fressen nicht möglich).

  • Die Klinik Ismaning beschreibt z. B.: „bei dramatischen Verlusten von Flüssigkeit und Elektrolyten
    sowie saurem pH-Wert“ werden Dauerinfusionen und intensivmedizinische Überwachung eingesetzt.
    Tierklinik Ismaning

Nach der Akutphase: ambulante Nachsorge zu Hause

  • Sobald die Akutphase überwunden ist
    (Ketonwerte gesunken, Katze frisst, stabiler Blutzucker), wird die Patientin nach Hause entlassen.

  • Langzeit-Insulintherapie (meist zweimal täglich)

  • Regelmäßige Blutzucker- und Ketonkörperkontrollen

  • Anpassung der Insulindosis nach Kurven oder Fructosamin-Werten

  • Behandlung der Grunderkrankungen weiterführen

 


Medikamente, Legalität & Bezugswege

  • Insulin ist das zentrale Medikament –
    es wird vom Tierarzt verordnet. Häufig verwendete Insulinarten bei Katzen sind
    z. B. Protamin-Zink-Insulin (PZI), Glargin, Detemir etc., je nach Land und Verfügbarkeit.

  • Seit November 2023 ist in der EU das orale Antidiabetikum Senvelgo® (Wirkstoff: Velagliflozin) für Katzen zugelassen.
    Bundesvereinigung Lebensmittelsicherheit
      – Dieses Medikament darf nicht im Falle einer Ketoazidose verwendet werden, und vor seiner Anwendung muss eine Ketoazidose ausgeschlossen werden.
    European Medicines Agency (englisch)
      – Die Zulassung verlangt eine sorgfältige Überwachung auf Ketonkörper und strenge Bedingungen.
    European Medicines Agency (EMA)

  • Weitere unterstützende Medikamente können sein:
    Antiemetika (gegen Übelkeit), Infusionslösungen, Pufferlösungen etc.

  • Alle Medikamente müssen vom Tierarzt verordnet werden.
    Bezugsweg: über Tierarzt oder tierärztliche Apotheken (nicht über allgemeine Apotheken ohne Rezept).

 


Risiken und Komplikationen

  • Hypoglykämie (Unterzuckerung), besonders bei Insulinüberdosierung
  • Elektrolytstörungen (z. B. Kaliummangel)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Hyperkaliämie oder Hypokaliämie
  • Nierenschäden oder Verschlechterung von Vorerkrankungen
  • Rezidiv (erneute Ketoazidose)
  • In schweren Fällen Tod trotz Therapie

 


Pflege und Unterstützung zu Hause

  • Sorgen Sie für Ruhe und minimalen Stress

  • Kontinuierliche Überwachung von Durst, Urin, Appetit und Gewicht

  • Blutzucker- und Ketonkörpermessung
    (z. B. mit Handmessgeräten für Haustiere)

  • Notfallmaßnahmen:
    Wenn Appetitlosigkeit, Erbrechen, starker Durst oder Lethargie auftreten –
    sofort Tierarzt aufsuchen

  • Futterkontrolle,
    ggf. Zwangsfütterung oder spezielle Diabetikerdiäten

  • Trinkwasser frei zugänglich lassen

 


Behandlungsdauer

  • Die akut lebensbedrohliche Phase dauert meist mehrere Tage (z. B. 2–7 Tage stationär)
    Tierklinik Ismaning PetMD

  • Langfristig meist lebenslange Insulintherapie

  • Regelmäßige Kontrollen und Anpassungen über Jahre

  • In einigen Fällen kann eine Remission eintreten (d. h. die Katze benötigt kein Insulin mehr) – aber dies ist nicht sicher und meist selten
    Tierklinik Ismaning PetMD

Kosten & Finanzierung

  • Die Kosten sind sehr variabel:
    stationäre Klinikaufenthalte, Medikamente, Monitoring, Notfallmaßnahmen etc.

  • In schweren Fällen können die Kosten mehrere hundert bis tausend Euro betragen,
    je nach Klinik, Dauer und Aufwand.

  • Manche Kliniken bieten Ratenzahlung oder Zahlungspläne an –
    sprechen Sie dies im Voraus an.

  • Eine Tier-Krankenversicherung kann sinnvoll sein,
    insbesondere wenn bereits andere chronische Erkrankungen bestehen oder das Risiko für Diabetes erhöht ist.
    Beachten Sie jedoch: Viele Policen schließen bereits bestehende Erkrankungen oder Stoffwechselstörungen aus –
    prüfen Sie die Vertragsbedingungen sorgfältig.


Heilungsaussichten und Langzeitfolgen

  • Die Prognose hängt stark vom Allgemeinzustand bei Diagnose, vom Ausmaß der Ketoazidose und von Begleiterkrankungen ab.
    PMC 
    Tierklinik Ismaning


  • Eine frühzeitige und adäquate Therapie
    verbessert die Chancen deutlich.

  • Manche Katzen erreichen
    eine stabile Einstellung mit guter Lebensqualität.

  • In einigen Fällen tritt Remission auf,
    sodass kein Insulin mehr nötig ist – jedoch ist dies nicht vorhersehbar.
    PetMD

  • Langzeitfolgen können sein:
    Nierenschäden, Augenveränderungen, Nervenschäden (neuropathische Erscheinungen), andere Organbelastungen.

6.2 Kosten über längere Zeit

  • Die Kosten für Insulin, Geräte, regelmäßige Kontrolluntersuchungen
    summieren sich über Jahre.

  • Bei guter Einstellung
    kann die Katze über Jahre eine gute Lebensqualität haben.

 


Checkliste für Katzenhalterinnen und -halter (Symptome-Check)

Markieren Sie (✓) die Kästchen, wenn das Symptom zutrifft:

☐SymptomBedeutung
☐ Erhöhter Durst mögliches Frühzeichen
☐ Häufigeres Urinieren Diabetes-Symptom
☐ Gewichtsverlust trotz Appetit Diabetes verdächtig
☐ Schwäche / Müdigkeit Stoffwechselbelastung
☐ Ungepflegtes Fell Zeichen gesundheitlicher Probleme
☐ Appetitlosigkeit Warnzeichen, besonders kritisch
☐ Übelkeit / Erbrechen Hinweis auf Ketoazidose
☐ Schnelle, tiefe Atmung mögliche Azidose
☐ Geruch aus dem Maul (fruchtig) Ketongeruch
☐ Dehydratation (z. B. Haut „bleibt stehen“) Notfallgefahr

Wenn Sie mehrere dieser Anzeichen beobachten, insbesondere die letzten vier, kontaktieren Sie sofort einen Tierarzt!

 


Ernährung & Diät

Die Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei Katzen mit Diabetes und zur Vermeidung von Ketoazidose.

8.1 Was ist zu empfehlen?

  • Spezielle Diabetiker- oder Low-Carb-Futtermittel, meist mit höherem Proteingehalt und niedrigerem Kohlenhydratanteil.
    Katzenklinik Frankfurt-Bockenheim

  • Feuchtfutter ist oft besser geeignet, da es weniger Kohlenhydrate enthält als viele Trockenfuttersorten.
    Katzenklinik Frankfurt-Bockenheim

    Falls die Katze das Diabetikerfutter ablehnt – zumindest auf kohlenhydratarmen Futtermix umstellen.
  • Katzenklinik Frankfurt-Bockenheim

  • Fütterung idealerweise in kleinen, geregelten Portionen – bei manchen Katzen ist „ad libitum“ (frei zugängliches Futter) sinnvoll, bei anderen das gewohnte Schema beibehalten.
    Katzenklinik Frankfurt-Bockenheim

  • Achten Sie stets darauf, dass die Katze genügend Wasser zur Verfügung hat.

8.2 Was vermeiden?

  • Zuckerreiche Leckerlis
  • Hochkohlehydratige Futtersorten (viele handelsübliche Trockenfuttersorten enthalten viel Stärke)
  • Größere Mengen getrocknete Kohlenhydrate
  • Fütterung von menschlichen Nahrungsmitteln mit Zucker

Eine ausgewogene Anpassung der Ernährung zusammen mit dem Tierarzt ist essenziell für eine stabile Blutzuckerregulation.

 


Vorbeugung (Prophylaxe)

Haltungsoptimierung & Lebensstil

  • Vermeiden Sie Übergewicht (durch Bewegung, angepasste Ernährung)
  • Sorgen Sie für aktive Beschäftigung (Spiel, Klettergelegenheiten)
  • Regelmäßige Gesundheitschecks, auch im Alter

Vorsorgeuntersuchungen

  • Jährliche oder halbjährige Blut- und Urinkontrollen, insbesondere bei gefährdeten Katzen
  • Bei Verdacht auf Diabetes (z. B. vermehrter Durst) frühzeitig zum Tierarzt
  • Bei Stress, Krankheit oder anderen Erkrankungen besondere Aufmerksamkeit

Medikamente & Impfungen

  • Es gibt derzeit keine präventiven Medikamente gegen Katzen-Diabetes
  • Achten Sie auf Medikamente, die den Blutzucker steigern könnten (z. B. Kortison)
  • Die üblichen Impfungen für Katzen weiterhin gemäß Ihrem Tierarzt durchführen (Impfschutz zählt zu guter Gesundheitsfürsorge)

Sofortiger Tierarztbesuch

Wenn Symptome wie starke Appetitlosigkeit, Erbrechen, Lethargie oder schnelles Atmen auftreten – sofortiger Tierarztbesuch, besser eine Notfallklinik.

 


Übersicht aktueller Therapien und Einsatzmöglichkeiten in Deutschland / Europa

TherapieEinsatzEinschränkungen
Insulintherapie (subkutan, langfristig)

Standard bei Diabetes/Ketoazidose regelmäßige Überwachung, Anpassung nötig
Intravenöse Infusion & Intensivtherapie

Akutbehandlung der Ketoazidose nur in Klinik möglich
Orales Antidiabetikum Senvelgo® (Velagliflozin)

EU-weit zugelassen (seit Nov. 2023) für Katzen mit Diabetes (ohne Ketoazidose) darf nicht verwendet werden, wenn Ketoazidose vorliegt; verlangt engmaschiges Monitoring auf Ketonkörper

Unterstützende Medikamente (z. B. Antiemetika, Puffer, Elektrolyte)

Begleittherapie vom Tierarzt verordnet
Ernährungsumstellung (kohlenhydratarm, proteinhaltig)

Unterstützung der Blutzuckerregulation hängt von Akzeptanz der Katze ab
Monitoringgeräte (Blutzucker, Ketonkörper)

Heimkontrolle müssen tragfähig, genau und regelmäßig genutzt werden


Die internationale ISFM (International Society of Feline Medicine) hat praktische Leitlinien zur Therapie veröffentlicht. SAGE Journals

 


Formular mit Fragen für den Tierarzt

Sie können dieses Formular ausfüllen und dem Tierarzt vorlegen, um wichtige Informationen zu übermitteln:

  1. Wie lange fallen Ihnen Symptome (z. B. Durst, Gewichtsverlust, Schwäche) auf?
  2. Gab es kürzlich Erkrankungen, Operationen, Stresssituationen?
  3. Welche Medikamente erhält Ihre Katze derzeit (Name, Dosis, Dauer)?
  4. Wie ernähren Sie Ihre Katze aktuell (Marke, Futterart, Fütterungszeiten)?
  5. Hatte Ihre Katze bereits ähnliche Beschwerden in der Vergangenheit?
  6. Wie ist das Trink- und Urinverhalten (Menge, Häufigkeit)?
  7. Hat die Katze weitere chronische Erkrankungen (z. B. Nierenprobleme, Herz, Leber)?
  8. Wie ist die Haltung (Wohnung, Freigang, Bewegung)?
  9. Gibt es besondere Auffälligkeiten (Erbrechen, Appetitlosigkeit, Atmung)?
  10. Wurde bereits eine Blut- oder Urinkontrolle durchgeführt (Datum, Ergebnisse)?

Mit diesen Informationen kann der Tierarzt schneller eine fundierte Entscheidung treffen.

 


Rechtliche Lage für Katzenhalter – Deutschland, EU, USA (bei Auslandsreisen)

Bei Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und Ketoazidose gibt es keine speziellen Gesetze, aber bestimmte Aspekte können relevant sein.

Region / LandBesonderheiten für KatzenhalterHinweise bei Auslandsreise
Deutschland Tierarztverordnung notwendig für Insulin, andere Medikamente

Für Reisen ins Ausland oft amtliches Gesundheitszeugnis nötig, Impfbescheinigungen etc.
EU Neue Zulassung von Senvelgo® (Velagliflozin) erlaubt; Tierarzneimittelrecht gilt EU-weit

In jedem EU-Land müssen zugelassene Medikamente verwendet werden; Import anderer Medikamente nur mit Genehmigung möglich
USA Zulassungslage von Insulinen und oralen Antidiabetika kann abweichen

Bei Einreise: Gesundheitspass, Impfungen, Importgenehmigungen für Medikamente beachten


Hinweis:
Diese Angaben sind allgemein und ersetzen keine rechtsverbindliche Auskunft. Informieren Sie sich im jeweiligen Land vor Reiseantritt bei zuständigen Behörden und Tierärzten.

 


Seriöse Quellen (zuerst deutsche, dann internationale)

Deutsche Quellen:

  • DocCheck Flexikon: Diabetische Ketoazidose (Katze) –
    https://flexikon.doccheck.com/de/Diabetische_Ketoazidose_%28Katze%29

  • B. M. Stöckl: Ketoazidose bei Diabetes-Katzen –
    https://bmstoeckl.de/Basiswissen/Ketoazidose

  • ISFM Leitlinien (auf Englisch, aber auch für Deutschland relevant) –
    praktische Empfehlungen (siehe englische Version)

  • Tierklinik Ismaning: Erfahrungsbericht zu Ketoazidose –
    https://www.tierklinik-ismaning.de/kampf-gegen-diabetische-ketoazidose/

  • AniCura Kleintierspezialisten: Katzen und Diabetes –
    https://www.anicura.de/standorte/kleintierspezialisten-ravensburg/informationen/fur-tierbesitzer/katzen/diabetes-mellitus/

Internationale Quellen:

  • Rudloff, E. et al., Diabetic ketoacidosis in the cat: Recognition and essential therapy (PMC) –
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10816619/

  • PetMD: What is Diabetic Ketoacidosis in Cats? –
    https://www.petmd.com/cat/conditions/endocrine/c_ct_diabetes_with_ketoacidosis

  • ISFM Consensus Guidelines
    on the practical management of feline diabetes mellitus

  • Studie zur BOHB-Messung: Beta-Hydroxybutyrat-Messung mit GlucoMen® LX Plus –
    https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/a-1245-8219

  • Informationen zur Zulassung von Senvelgo® / Velagliflozin – EMA / BVL – z. B.
    https://www.bvl.bund.de/SharedDocs/Fachmeldungen/05_tierarzneimittel/EN/2024/2024_08_08_Fa_Senvelgo_eng.html
Details
Zugriffe: 2165

Feline Infektiöse Peritonitis (FIP).

Dieser Artikel soll Katzenhalterinnen und -­haltern erklären, was FIP ist, wie man sie erkennt, wie sie sich behandeln lässt – und vor allem, was getan werden kann, um Schaden zu begrenzen. Ziel ist Klarheit und Unterstützung – nicht Panikmache.

Wie wichtig eine Diagnose + Behandlung durch den Tierarzt ist
Sehr wichtig. Denn FIP ist eine ernsthafte Erkrankung, die früh erkannt werden muss, damit die Chancen auf Behandlung steigen. Ohne fachärztliche Abklärung – Bluttests, Ultraschall, ggf. Spezialanalysen – besteht das Risiko, dass Symptome falsch gedeutet oder eine falsche Therapie gewählt wird.

Zielgruppe
Katzenhalterinnen und Katzenhalter, die keine medizinische Ausbildung haben, aber ihre Katze bestmöglich versorgen möchten. Der Text verwendet möglichst einfache Sprache, erklärt Fachbegriffe und sagt offen, wo Grenzen sind.

Hinweis:
Wenn Sie englischsprachige Websites finden und aufrufen, verwenden Sie zum Beispiel Google als Browser, klicken mit der rechten Maustaste auf die aufgerufene Seite und klicken auf ÜBERSETZEN IN DEUTSCH.

 


Krankheit

Offizieller Name
Feline Infektiöse Peritonitis (FIP). Fressnapf

Kurzbeschreibung
FIP ist eine Viruserkrankung bei Katzen, ausgelöst durch das felines Coronavirus (FCoV), das sich bei einigen Tieren zu einem aggressiven Erreger weiterentwickeln kann. Betroffen sind vor allem junge Katzen, Katzen in Mehr­katzen­haltung oder Zuchten. Ein mutiertes Coronavirus löst Entzündungen im Körper der Katze aus (z. B. Flüssigkeit im Bauch oder Brust, Organveränderungen).
Wikipedia

Betroffene Katzen

  • Jede Hauskatze kann grundsätzlich betroffen sein –
    Jüngere Katzen (z. B. unter 2 Jahren) sind häufiger betroffen.
    VCAnimals hospital (englisch)

  • Besonders Katzen in Mehrkatzenhaushalten,
    in Zuchten oder in Tierheimen sind im Risiko, weil dort FCoV häufiger vorkommt.

  • Rassekatzen wie
    z. B. Abyssinian, Bengal, Birman, Himalaya, Ragdoll oder Devon Rex scheinen ein höheres Risiko zu haben.


Was ist die Krankheit FIP?

Das feline Coronavirus (FCoV) kommt häufig vor und verursacht bei vielen Katzen gar keine oder nur leichte Symptome. Bei einem kleinen Prozentsatz der infizierten Katzen mutiert das Virus – dann spricht man von FIP. Diese Mutation und die resultierende Immunreaktion führen zu Entzündungen im Körper, häufig an den Gefäßen, im Bauchraum oder Brustraum oder in Organen.
ABCD

Erreger bzw. Verursache

  • Verursacher: Das feline Coronavirus (FCoV).
    Petolo

  • Besonders: Eine Mutation des harmlosen Virus führt zur FIP-Form. 
    ABCD

  • Warum diese Mutation bei einzelnen Katzen und nicht bei allen passiert,
    hängt ab von Stress, Immunsituation, Haltung und Viruslast. 

 


Symptome

Frühanzeichen

  • Appetitminderung, Gewichtsverlust
  • Fieber, Unwohlsein, verminderte Aktivität
  • Oft unspezifisch – z. B. ruhigeres Verhalten, zurückziehen.
    Santévet

Fortgeschrittene / spezifische Symptome

Abhängig von welcher Form – „nass“ (flüssigkeitsbildend) oder „trocken“ (organbeteiligung) – gesprochen wird:

  • Nasse Form:
    Flüssigkeitsansammlungen im Bauch oder Brustraum, aufgeblähter Bauch, Atemnot.
    FRESSNAPF

  • Trockene Form:
    Granulome in Organen, Augen- oder Gehirnbeteiligung, neurologische Ausfälle, schleichender Verlauf. 
    Petolo

 


Diagnostik – Was macht der Tierarzt?

  • Anamnese:
    Alter, Haltung, Symptome, Vorgeschichte.

  • Klinische Untersuchung:
    Allgemeinzustand, Gewicht, Temperatur, Abtasten, Augen/Nervensystem.

  • Blutuntersuchung:
    Entzündungszeichen, Eiweißverhältnisse (z. B. Albumin/Globulin) – aber kein Test allein ist beweisend. 
    ABCD

  • Urin- und Kotuntersuchung:
    Andere Ursachen ausschließen.

  • Bildgebung:
    Ultraschall/Röntgen zur Erkennung von Flüssigkeit oder Organveränderung.

  • Entnahme von Flüssigkeit (z. B. Bauch- oder Brustwasser) falls vorhanden:
    Analyse des Ergusses hilft stark. 
    ABCD

  • In schwierigen Fällen: Biopsie/Histologie –
    aber nicht immer möglich. 
    ABCD

 

 


Übertragung und Ansteckungsgefahr

  • Der ursprüngliche Virus (FCoV) wird über den Kot-Oral-Weg übertragen
    (z. B. geteilte Katzentoilette, gemeinsame Nass-/Futternäpfe).
    Allianz

  • Auch Speichel, Nasensekrete, kontaminierte Gegenstände können mitwirken.
    Wikipedia

  • Wichtig: Die FIP-Form (also das mutierte Virus) gilt nicht als hochgradig von Katze zu Katze übertragbar wie andere Viren –
    vielmehr entsteht sie oft im Körper der Katze selbst. 
    ABCD

Ist FIP für Menschen gefährlich? Zoonose Gefahr

  • Für den Menschen keine relevante Gefahr – FIP betrifft nur Katzenarten.
    AniCura

 


Behandlung und Therapie

Behandlungsziele

  • Verbesserung des Allgemeinzustands, Reduktion von Entzündungen und Flüssigkeitsansammlungen.
  • Falls möglich: antivirale Therapie gegen das Virus / Mutante.
  • Unterstützung von Ernährung, Flüssigkeitshaushalt, Immunsystem.

Medikamente

  • In den letzten Jahren wurden antivirale Wirkstoffe entwickelt (z. B. GS-441524) – diese zeigen Hoffnung.
    MSD Tiergesundheit

  • Unterstützend: Entzündungshemmer, Immunsuppressiva je nach Fall.

  • Wichtig: Nicht alle Medikamente sind in allen Ländern offiziell zugelassen; Tierarzt muss prüfen.

Unterstützende Therapie

  • Flüssigkeitstherapie bei Dehydration oder Flüssigkeitsverlust.
  • Appetitanregende Mittel, gutes Futter.
  • Ruhe, stressarme Umgebung.
  • In Mehrkatzenhaushalten: separate Katzentoilette, saubere Näpfe, Hygienemaßnahmen.

Chirurgische Eingriffe

  • In der Regel nicht Standard bei FIP –
    da es sich um Virus und Entzündung handelt, nicht primär operabel.

  • Bei Komplikationen (z. B. größere Ergussmengen)
    kann eine Punktion durch den Tierarzt erfolgen.

Kosten der Behandlung & Bezugswege

  • Die Kosten können sehr hoch sein (mehrere hundert bis mehrere tausend Euro),
    abhängig von Medikament, Dosierung, Dauer, Labor- und Tierarztkosten

  • Bezugswege:
    • Legale Wege über Tierärztinnen / Tierärzte, die Erfahrung mit FIP haben und Import/Compounding organisieren
    • Compounding-Apotheken innerhalb der EU oder via genehmigten Import (mit Dokumentation)
    • Warnung: Online-Graumarktpräparate sind riskant — falsche Konzentration, Verunreinigung oder Betrug möglich

 


Pflege zu Hause

  • Genaue Befolgung der Tierarzt-Anweisungen:
    Medikamente, Ernährung, Kontrolltermine.

  • Tagesbeobachtung:
    Fressverhalten, Aktivität, Gewicht, Atmung.

  • Hygiene:Katzentoilette oft reinigen,
    getrennte Plätze für Futter und Ruhe.

  • Stress vermeiden:
    keine großen Umstellungen in Umgebung oder Tagesablauf.

 


Prognose und Verlauf, auch Langzeitfolgen

Prognose

  • Ohne Behandlung galt FIP lange als nahezu immer tödlich.
    AniCura

  • Mit neuen Therapien besteht Hoffnung –
    aber Erfolg hängt stark vom Stadium ab (wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist).

  • „Nasse“ Form hat oft schneller Verlauf und schlechtere Prognose als „trockene“.

Verlauf

  • Anfang meist unspezifisch,
    dann abhängig von Form rascher oder langsamer Verschlechterung.

  • Ohne Therapie:
    Verschlechterung über Tage bis Wochen möglich.

  • Mit Therapie:
    Verbesserung möglich, aber braucht intensive Betreuung.

Langzeitfolgen

  • Auch nach erfolgreicher Behandlung
    können Organschäden oder Immunschwächen bleiben.

  • Es kann Rückfälle geben;
    lebenslange Kontrolle kann nötig sein.

 


Empfohlenes Futter

  • Hochwertiges Katzenfutter mit guter Nährstoffdichte –
    weil betroffene Katzen oft wenig fressen oder Gewicht verlieren.

  • Gut verdaulich, appetitanregend.

  • Nassfutter bevorzugt,
    da gute Flüssigkeitszufuhr wichtig.

  • Viel frisches Wasser anbieten.

Zu vermeidende Inhaltsstoffe

  • Billige Futter mit geringer Qualität
    und schlechter Verwertbarkeit vermeiden.

  • Große Mengen minderwertiger Zusatzstoffe,
    unnötige Füllstoffe sollten vermieden werden.

Praktische Tipps

  • Mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag
    statt einer großen, wenn Appetit reduziert ist.

  • Futter leicht erwärmen (nicht heiß)
    kann appetitanregend sein.

  • Ruhe beim Fressen,
    kein Stress, ruhiger Platz.

 


Vorbeugung (Prophylaxe)

Impfung

  • Es gibt eine Impfung gegen FIP –
    aber ihre Wirksamkeit und Anwendungsstrategie sind umstritten.
    Wikipedia

  • In vielen Fällen wird die Impfung nicht routinemäßig empfohlen;
    Nutzen kritisch einzuschätzen.

Prophylaktische Medikamente

  • Spezielle Medikamente zur Vorbeugung von FIP
    sind im Heimtierbereich nicht Standard.

  • Wichtig:
    Gesundheitschecks und gute Haltung sind essenziell.

Haltungsoptimierung

  • In Mehrkatzenhaltungen:
    viele Katzentoiletten (ein Platz mehr als Katzenanzahl), sehr gute Reinigung.
    Wikipedia

  • Regelmäßiges Reinigen der Näpfe und Wasserstellen,
    gute Belüftung, Stressvermeidung.

  • Kein unnötiger Kontakt zu Katzen mit unbekanntem Gesundheitsstatus.

  • Auf gute Ernährung und Stressreduktion achten (weil Immunsituation relevant).

Vorsorgeuntersuchungen, sofortiger Tierarztbesuch erforderlich

  • Bei jedem Hinweis auf Appetitminderung, Fieber, Gewichtsverlust, Bauchaufblähung: Tierarztbesuch.
  • Insbesondere wichtig bei jungen Katzen, Katzen in Mehrhaltung oder wenn bereits mehrere Katzen betroffen sind.

 


Fragen an den Tierarzt

Frageformular für den Tierarztbesuch – Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)
(für Katzenhalter ohne medizinische Vorkenntnisse)

Name der Katze: __________________________
Alter / Geschlecht: _______________________
Datum des Termins: _______________________

Diagnose und Krankheitsbild

  1. Welche Form der FIP liegt (oder wird vermutet) vor?
    ☐ Nass (Wet) ☐ Trocken (Dry) ☐ Unklar / Mischform
  2. Welche Organe oder Körperbereiche sind betroffen?
    (z. B. Bauch, Brust, Augen, Gehirn, Leber, Nieren)
  3. Welche Untersuchungen wurden bereits gemacht?
    ☐ Blutuntersuchung ☐ Ultraschall ☐ Röntgen
    ☐ Flüssigkeitsanalyse ☐ PCR-Test ☐ Andere: ___________
  4. Gibt es alternative Erklärungen für die Symptome?

Behandlung und Medikamente

  1. Welche Behandlungsoptionen sind aktuell möglich?
    (Antivirale Therapie, unterstützende Medikamente etc.)
  2. Wenn antivirale Mittel empfohlen werden:
    • Welcher Wirkstoff? (z. B. GS-441524, Remdesivir, Molnupiravir)
    • Herkunft / Bezugsquelle: _________________________________
    • Ist dieses Präparat in Deutschland zugelassen oder off-label?
      ☐ Zugelassen ☐ Off-label ☐ Compassionate Use ☐ Unklar
  3. Welche Form der Gabe ist vorgesehen?
    ☐ Injektionen ☐ Tabletten ☐ Mischung ☐ Kombination
  4. Wie lange soll die Behandlung dauern?
    ______ Wochen Kontrolltermine: ______________________________
  5. Wie wird überprüft, ob die Therapie wirkt?
    (z. B. Blutbild, Gewicht, Ultraschall, Verhalten)

Risiken und Nebenwirkungen

  1. Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  2. Was soll ich tun, wenn Nebenwirkungen auftreten?
  3. Kann sich die Krankheit trotz Behandlung verschlechtern?
    ☐ Ja ☐ Nein ☐ Unsicher

Pflege zu Hause

  1. Was kann ich selbst tun, um die Genesung zu unterstützen?
    (Futter, Ruhe, Umgebung, Hygiene)
  2. Darf die Katze Kontakt mit anderen Katzen haben?
    ☐ Ja ☐ Nein ☐ Später wieder
  3. Welche Anzeichen sind Notfälle, bei denen ich sofort wiederkommen soll?

Prognose und Nachsorge

  1. Wie sind die Heilungschancen in diesem Fall realistisch?
    ☐ Gut ☐ Unsicher ☐ Schlecht
  2. Muss die Katze lebenslang kontrolliert werden?
    ☐ Ja ☐ Nein ☐ Unklar
  3. Wann sollte die nächste Untersuchung erfolgen?

Kosten und Organisation

  1. Was kostet die Behandlung ungefähr insgesamt?
    (inkl. Medikamente, Kontrollen, Laborkosten)
    € ________________________
  2. Gibt es Ratenzahlung oder Kostenteilung (z. B. über Tierkrankenversicherung)?
    ☐ Ja ☐ Nein ☐ Unbekannt

Eigene Notizen / Fragen während des Gesprächs:

 

 


Ausführliche Quellenliste (Stand 2025)

Deutschsprachige Quellen

  1. ABCD cats & vets – Factsheet FIP (deutsche Version)
    https://www.abcdcatsvets.org/wp-content/uploads/2024/09/FS_FIP_DE-Juli-2024.pdf

  2. Fressnapf Magazin – FIP bei Katzen
    https://www.fressnapf.de/magazin/katze/gesundheit/fip-feline-infektioese-peritonitis/

  3. MSD Tiergesundheit Deutschland – Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)
    https://www.msd-tiergesundheit.de/fokusthemen/impfempfehlungen-fuer-hund-und-katze/chlamydiose/feline-infektioese-peritonitis-fip/

  4. Tierklinik St. Pölten – FIP bei Katzen
    https://www.tierklinik-stp.at/fip-katze/

  5. Wikipedia – Feline Infektiöse Peritonitis (deutsch)
    https://de.wikipedia.org/wiki/Feline_infekti%C3%B6se_Peritonitis

  6. Anicura – Wissensbank FIP bei Katzen
    https://www.anicura.de/fuer-tierbesitzer/katze/wissensbank/fip-bei-katzen/

Englischsprachige / wissenschaftliche Quellen

  1. Gokalsing et al., „Efficacy of GS-441524 for Feline Infectious Peritonitis“ (PMC)
    https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12298711/

  2. Cornell Feline Health Center – Informationen zu FIP
    https://www.vet.cornell.edu/departments-centers-and-institutes/cornell-feline-health-center/health-information/feline-health-topics/feline-infectious-peritonitis/

  3. Merck Veterinary Manual – Feline Infectious Peritonitis
    https://www.merckvetmanual.com/infectious-diseases/feline-infectious-peritonitis/feline-infectious-peritonitis

  4. U.S. FDA – Stellungnahme zur Verwendung von compounding GS-441524
    https://www.fda.gov/animal-veterinary/cvm-updates/fda-announces-position-use-compounded-gs-441524-treat-fip

  5. Europäisches Parlament – Dokument zur Zulassung von FIP-Therapien in der EU
    https://www.europarl.europa.eu/doceo/document/E-10-2025-002247_EN.html

 

Details
Zugriffe: 2076

Tollwut

Dieser Text richtet sich an Halterinnen und Halter von Katzen – insbesondere an solche ohne medizinische Ausbildung –, die informiert und verantwortungsvoll handeln möchten: von der Haltung über Impfungen bis zur Vorsorge und Pflege.

Dieser Beitrag soll Ihnen dabei helfen, zu verstehen, was Tollwut bei Katzen bedeutet, wie Sie Ihre Katze bestmöglich versorgen und schützen können – ohne dass Sie Tiermediziner sein müssen. Sie erhalten klare Informationen über Krankheit, Symptome, Behandlung, Vorbeugung und was Sie als Halterin bzw. Halter tun können.

Behandlung durch den Tierarzt erforderlich?

Extrem wichtig: Tollwut ist eine lebensbedrohliche Virus­erkrankung, die im klassischen Fall nicht heilbar ist, wenn Symptome auftreten. Eine frühzeitige tierärztliche Abklärung ist daher in jedem Verdachtsfall unabdingbar. Auch wenn in Deutschland die Gefahr gering ist, darf man sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

 


Krankheit

Offizieller Name
Tollwut (auch Rabies) bei Katzen.

Kurzbeschreibung
Tollwut ist eine Virus­erkrankung des zentralen Nervensystems, ausgelöst durch Lyssaviren (z. B. das klassische Tollwut­virus oder Fledermaus‐Lyssaviren). Sie führt bei unbehandeltem Verlauf fast immer zum Tod. Die Katze kann sich durch den Speichel infizierter Tiere anstecken, typischerweise über einen Biss. Mehrere Quellen bestätigen das auch bei Katzen.
ABCD cats

Erreger bzw. Verursacher

  • Erreger:
    Lyssaviren, insbesondere das klassische Tollwut­virus (Rabies virus), aber auch verwandte Viren wie Fledermaus-Lyssaviren.
    ABCD cats

  • Übertragungsweg:
    Meist über den Speichel eines infizierten Tieres (Biss oder frische Kratzwunde), Schleimhäute oder offene Wunden können ebenfalls Eintrittspforten sein. Wikipedia

  • In Deutschland:
    Der Hauptüberträger früher war z. B. der Fuchs; heute gilt das Land als frei von terrestrischer Tollwut.
    bmel.de - Landwirtschaftsministerium

 


Betroffene Katzen

  • Jede Katze kann potenziell betroffen sein – besonders jene mit Freigang oder
    Kontakt zu Wildtieren (z. B. Füchsen, Fledermäusen).
    petolo

  • In Deutschland gilt das Land seit 2008 als „frei von terrestrischer Tollwut“ –
    das heißt: klassische Haustier-zu-Haustier oder Wildtier-Übertragungen sind selten geworden. 
    bmel.de - Landwirtschaftsministerium

  • Dennoch:
    Ein Restrisiko besteht – z. B. durch importierte Tiere oder Fledermaustollwut.

 


Symptome

Frühanzeichen

  • Veränderung im Verhalten: z. B. innerliche Unruhe, vermehrtes Miauen oder auch plötzliches Zurückziehen.
    tierarzt-karlsruhe-durlach (englisch)

  • Nach Biss oder Kontakt:
    Lokale Reizungen oder unspezifische Zeichen wie Appetitverlust oder Lethargie – allerdings nicht typisch genug, um allein daraus die Krankheit abzuleiten.

Fortgeschrittene + spezifische Symptome

  • In der klassischen „wütenden“ Form:
    Aggressives Verhalten, Bisse, Speichelfluss, Unruhe, Orientierungslosigkeit.
    Wikipedia

  • In der „paralytischen“ Form:
    Lähmungen, Schluckbeschwerden, Atemnot, Rückzug.
    ABCD cats

  • Spätere Stadien:
    Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Tod.
    Da bei Katzen selten, aber möglich.

Diagnostik – Was macht der Tierarzt?

  • Anamnese:
    Hat Ihre Katze Freigang? Kontakt zu Wildtieren? Wurde sie gebissen oder gekratzt? Impfstatus?

  • Klinische Untersuchung:
    Allgemeinzustand, neurologische Untersuchung (Koordination, Reflexe), Beobachtung des Verhaltens.

  • Virusnachweis:
    Bei Lebend­tier ist die Diagnostik schwierig und oft nur Verdacht; beim toten Tier wird Hirngewebe untersucht.
    Wikipedia

  • Laboruntersuchungen:
    Bluttests, aber kein spezieller Routine-Bluttest gilt als sicherer Nachweis bei Lebend­tier.

  • Wegen der Schwere der Erkrankung gilt:
    Bei Verdacht sofort Tierarzt einschalten, nicht abwarten.




Checkliste für Katzenhalter – Typische Warnzeichen (Symptome-Check)

Wenn Ihre Katze eines oder mehrere der folgenden Zeichen zeigt, ist ein sofortiger Tierarzt­besuch ratsam:

  • Biss oder Kratz-Verletzung, insbesondere von Wildtieren (z. B. Fuchs, Fledermaus) oder unbekanntem Tier
  • Plötzliche Verhaltensänderung: Aggressivität ohne erkennbaren Grund, ungewöhnliche Scheu oder sehr zutrauliches Verhalten
  • Übermäßiger Speichelfluss, Speichelfäden oder Schaum vorm Maul
  • Schluckbeschwerden, häufiges Hydrieren oder Trinken, dann plötzlich kein Interesse ans Fressen
  • Lähmungen, Muskelzuckungen, Koordinationsprobleme, taumelndes Gehen
  • Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle
  • Freigänger‐Katze wurde nicht gegen Tollwut geimpft und hatte Kontakt zu Wildtieren

Tipp: Notieren Sie den Zeitpunkt des Beginns der Symptome, machen Sie ggf. Fotos und bringen Sie alle verfügbaren Impf-und Gesundheitsunterlagen zur Praxis.

 


Ist die Krankheit für Menschen gefährlich?
Übertragung und Ansteckungsgefahr, Zoonose-Gefahr

  • Ja, Tollwut ist eine Zoonose –
    das heißt, sie kann von Tieren auf Menschen übertragen werden.
    Wikipedia

  • Übertragungswege:
    meist durch Biss eines infizierten Tiers, seltener durch Speichelkontakt mit Schleimhäuten oder offene Wunde. 

  • In Deutschland liegt das Risiko sehr niedrig, weil die klassische Tollwut bei Haustieren weitgehend eliminiert ist.
    Dennoch: Kontakt mit Wildtieren (z. B. Fledermäusen) bleibt ein Restrisiko.
    einfachtierisch

  • Für den Menschen:
    Ohne sofortige Nachbehandlung nach Biss oder Kontakt kann die Erkrankung tödlich verlaufen.
    Auswaertiges-Amt

Diagnostik, Behandlung und Therapie

Behandlungsziele

  • Bei Verdacht:
    sofortige Isolation der Katze und professionelle tierärztliche Betreuung.

  • Ziel: Verhinderung der weiteren Ausbreitung, Kontrolle der Symptome,
    ggf. Einschläferung (weil bei symptomatischer Tollwut meist keine Heilung mehr möglich).

  • Schutz von Menschen und anderen Tieren – da Übertragungsgefahr besteht.

Medikamente, Legalität & Bezugswege, Risiken

  • Es gibt keine wirksame Heilung, wenn die Katze bereits Symptome der klassischen Tollwut zeigt.
    Daher ist die Therapie meist palliativ oder es erfolgt eine Euthanasie-Empfehlung in vielen Fällen.
    ABCD cats & vets

  • Impfstoffe gegen Tollwut sind zugelassen und verfügbar –
    aber nicht zur Behandlung bereits ausgebrochener Tollwut. Sie dienen als Schutz.
    bundestieraerztekammer.de

  • Der Tierarzt wird prüfen, ob im Verdachtsfall Melde- und Quarantäne­pflichten greifen
    (z. B. nach Biss/Kontakt).

  • Risiken ohne Behandlung:
    sehr hohe Wahrscheinlichkeit des Todes, Risiko für Menschen und andere Tiere.

 


Chirurgische Eingriffe erforderlich?

  • Nein: Es gibt keine Operation, die Tollwut heilt.
    Die Erkrankung betrifft das Nervensystem – eine chirurgische Therapie ist nicht Standard.

  • Falls Verletzung durch Biss vorliegt:
    Wundversorgung ist notwendig (Reinigung, Desinfektion) durch den Tierarzt.

Unterstützende Therapie, Pflege zu Hause

  • Gibt es symptomatisch auftretende Krankheitsteile (z. B. Krampfanfälle),
    wird der Tierarzt unterstützende Maßnahmen einsetzen (z. B. Schmerzmittel, Krampfkontrolle).

  • Pflege zu Hause ist kaum ausreichend –
    diese Erkrankung verlangt sofortiges tierärztliches Eingreifen.

  • Isolation der Katze, Kontakt zu anderen Tieren und Menschen
    auf das Notwendige beschränken bis Tierarzt entscheidet.

  • Futter und Wasser bereitstellen, Ruhe und wenig Stress –
    aber dies ersetzt nicht die tierärztliche Maßnahme.

Behandlungs‐/Therapiedauer

  • Beim klassischen Ausbruch:
    Prognose nahezu immer schlecht → schnelle Entscheidung erforderlich.

  • Bei Verdachtsfällen oder prophylaktischer Nachbehandlung
    (z. B. bei Menschenkontakten) gelten spezielle Protokolle – bei der Katze primär Tierarztbewertung.

 


Kosten der Behandlung und lohnt sich eine Tier‐Krankenversicherung?

  • Konkrete Kosten für eine Tollwut­therapie bei Katze sind schwer zu beziffern,
    da Heilung kaum möglich ist und meist Quarantäne/Euthanasie anstehen.

  • Allgemein: Impfungen (relativ kostengünstig) vs.
    Notfall‐Tierarzt mit Quarantäne/Einzelhaltung (teuer).

  • Eine Tierkrankenversicherung kann sinnvoll sein – insbesondere wenn Ihre Katze Freigang hat,
    Kontakt zu Wildtieren möglich ist oder Sie viel Wert auf umfassende Vorsorge legen.
    Denn: Eine Impfung ist günstiger als die Konsequenzen eines Falls.

  • Fragen Sie Ihre Versicherung,
    ob Impfungen, Quarantänekosten, Verletzungsbehandlung und mögliche lebenslange Folgen abgedeckt sind.

Ernährung und Diät

  • Grundsätzlich:
    Eine gesunde, ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem Ihrer Katze.

  • Empfohlenes Futter:
    Hochwertiges Katzennass- oder Trockenfutter mit guten Proteinen, Vitaminen & Mineralstoffen.

  • Zu vermeidende Inhaltsstoffe:
    Billige Futtermittel mit hoher Füllstoffmenge, schlechter Verdaulichkeit oder minderwertigen Proteinen.

  • Wenn Ihre Katze Freigänger ist und Kontakt zu Wildtieren hat:
    Achten Sie darauf, dass sie regelmäßig frisst und geimpft ist – eine geschwächte Katze ist anfälliger.

  • Hinweis:
    Ernährung ersetzt keine Impfung oder tierärztliche Betreuung!

 


Vorbeugung (Prophylaxe)

  • Impfung: In Deutschland besteht keine generelle Pflichtimpfung für Katzen –
    aber sie wird empfohlen insbesondere beim Freigang oder Reisen.
    felmo - Mobile Tierärzte
  • Reisen mit Katze: Wenn Sie mit Ihrer Katze ins Ausland oder aus dem Ausland nach Deutschland reisen,
    ist eine Tollwutimpfung gesetzlich vorgeschrieben.
    TASSO

  • Haltungsoptimierung: Freigänger‐Katze regelmäßig impfen lassen,
    Kontakt zu Wildtieren minimieren, Wunden durch Biss/Kratzer tierärztlich untersuchen lassen.

  • Vorsorgeuntersuchungen:
    Routine-Tierarztbesuche, Impfstatus prüfen, Impfnachweise auf Reisen mitführen.

  • Sofortiger Tierarztbesuch erforderlich bei Biss/Kratzer
    durch Wildtier oder unbekanntes Tier – auch wenn die Katze geimpft ist.

 


Übersicht über aktuelle Therapien und deren Einsatzmöglichkeiten in Deutschland/Europa

  • Anders als bei vielen anderen Katzenkrankheiten gibt es keine spezifische kurative Therapie,
    wenn Tollwut symptomatisch ausgebrochen ist.

  • Der Fokus liegt auf Prävention (Impfung) und
    Quarantäne/Verhaltensmaßnahmen nach Kontakt oder Verdacht.

  • In Deutschland gilt das Land seit 2008 als offiziell frei von terrestrischer Tollwut –
    das erleichtert die Situation, ersetzt aber nicht die Pflicht zur Vorsicht.
    bmel - Landwirtschaftsministerium

  • Für Tiere mit Aufenthalt oder Import aus Risikoländern gelten strikte Regeln –
    Impfpflicht, Microchip, Einreise­bestimmungen etc.
    Deutschland-Information USA (englisch) 

  • Tierärzte setzen bei Verdacht auf:
    Wundversorgung, Isolation, Meldung an Veterinär- bzw. Gesundheitsbehörde.

  • Weil Heilung bei Ausbruch kaum möglich ist, liegt der „therapeutische Einsatz“ vor allem in
    der Nach­sorge nach Kontakt und nicht in der klassischen Therapie der Erkrankung.

 


Formular mit Fragen, das Sie Ihrem Tierarzt vorlegen

Frageformular – Tollwut bei Katzen
(Zur Vorbereitung Ihres Tierarzttermins)

  1. Meine Katze hat Freigang / Kontakt zu Wildtieren. Ist eine Tollwutimpfung sinnvoll?
  2. Ist meine Katze geimpft – wann war die letzte Impfung gegen Tollwut?
  3. Welche Risiken bestehen in unserem Wohngebiet oder beim Reisen?
  4. Was soll ich tun, wenn meine Katze gebissen oder gekratzt wurde (insbesondere von Wildtier)?
  5. Welche Untersuchungen würden Sie empfehlen bei Verdacht auf Tollwut?
  6. Welche Kosten entstehen bei Impfung, Nachsorge, Wundversorgung oder Quarantäne?
  7. Ist eine Quarantäne erforderlich, falls Verdacht auf Tollwut besteht? Wie lange?
  8. Welche Verhaltensempfehlungen für zu Hause gelten (z. B. Isolation, Hygiene, Fütterung)?
  9. Was passiert, wenn meine Katze Symptome einer Tollwut zeigt?
  10. Welche Versicherungs- oder Haftungsfragen sollte ich im Fall einer Tollwut-Infektion bzw. Kontakt mit Menschen beachten?

     

     


    Rechtliche Lage in Deutschland und Europa

    Deutschland

    • In Deutschland gilt die terrestrische Tollwut bei Haustieren als weitgehend ausgerottet. Daher ist die Impfung bei Katzen nicht generell gesetzlich vorgeschrieben, wenn die Katze keinen Freigang hat und nicht ins Ausland reist.
      STIKO Impf-Empfehlungen 

    • Laut den „Impfleitlinien Kleintiere“ des Bundestierärztekammer / Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet): Die Tollwutimpfung ist für Katzen eine sogenannte „Non-Core“-Impfung (keine Standardimpfung) – sie hängt vom individuellen Risiko ab (z. B. Freigang, Reisen) STIKO Impf-Empfehlungen 

    • Falls eine Katze mit einem seuchenverdächtigen oder tol­lwut­krankem Tier Kontakt hatte, greift die gesetzliche Vorschrift: Ungeimpfte Tiere sind deutlich schlechtergestellt. Laut Tollwut‑Verordnung kann in solchen Fällen die zuständige Behörde sofortige Tötung bzw. Isolierung anordnen. Zooplus-Magazin

    Einreise & Reisen innerhalb der EU

    • Wenn Sie mit Ihrer Katze reisen (innerhalb oder außerhalb der EU) oder die Katze aus einem anderen Land nach Deutschland gebracht wird, gelten strengere Regeln:
      • Eine gültige Tollwutimpfung durch einen ermächtigten Tierarzt ist erforderlich.
        Your Europe - European Union

      • Für Drittstaaten (außerhalb der EU) gelten zusätzliche Vorschriften (z. B. Mikrochip, Wartezeit nach Impfung, evtl. Bluttest/Titer)
        bevor das Tier eingeführt werden darf. 
        bmel - Landwirtschaftsministerium

    • Beispiel: Ein Heimtier darf frühestens 21 Tage nach der Impfung mit gültigem Impf­stoff reisen.
      Your Europe - European Union

    Weitere bedeutende Rechts­vorschriften

    • Tollwut‑Verordnung (Tollwut‑VO):
      Regelt u.a. Pflicht zur Meldung, Behandlung von Verdachtsfällen und Maßnahmen bei Ausbruch (z. B. Abschussoder Tötung in bestimmten Fällen).
      Zooplus-Magazin

    • Die Einfuhr‐ und Verbringungsregelungen:
      Verordnung (EU) Nr. 576/2013 und Durchführungsverordnung (EU) Nr. 577/2013 legen fest,
      wie Heimtiere mitreisen dürfen (Mikrochip, Impf- und Gesundheitsnachweise). 
      bmel - Landwirtschaftsministerium

     


    Was heißt das konkret für Sie als Katzenhalter?

    • Wenn Ihre Katze nur Wohnungskatze ist, nicht reist und keinen Freigang hat,
      dann ist die Tollwutimpfung rechtlich nicht verpflichtend, aber empfohlen bei Risiko.

    • Wenn Ihre Katze Freigänger ist oder im Ausland / international reist,
      dann ist die Impfung nahezu Pflicht, damit Sie den gesetzlichen Vorschriften genügen.

    • Bei einem Kontakt mit einem seuchenverdächtigen Tier (z. B. Wildtierbiss) ohne Impfung
      kann eine Behörde Tötung oder Quarantäne anordnen – das Risiko steigt für ungeimpfte Tiere erheblich.

    • Bewahren Sie Impfpass und EU-Heimtierausweis auf, vor allem wenn Sie mit dem Tier reisen oder eine Katzenpension besuchen –
      oft wird dort ein gültiger Impfstatus verlangt.
      zum Beispiel: Allianz.de

     


    Seriöse Deutsche Quellen

    • ABCD cats & vets – „Tollwut bei Katzen (Factsheet)“:
      https://www.abcdcatsvets.org/wp-content/uploads/2022/11/FACTSHEET_Rabies_DE.pdf

    • Bf EL – Tierseuchen: Tollwut:
      https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/tiergesundheit/tierseuchen/tollwut.html

    • RKI – FAQs zu Tollwut:
      https://www.rki.de/SharedDocs/FAQs/DE/Tollwut/FAQ_Liste.html

    • TASSO – Tollwut bei Haustieren: Impfpflicht bei Reisen:
      https://www.tasso.net/Service/Wissensportal/Urlaub-Reisen-mit-Tier/tollwut-haustiere-impfpflicht-bei-reisen

    • Zooplus Magazin – „Tollwut bei Katzen: Symptome & Impfung“:
      https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzengesundheit-pflege/tollwut-bei-katzen

    • Santévet – „Tollwut bei Katzen – Alles über die Symptome und Impfung“:
      https://www.santevet.de/artikel/tollwut-katze

    • Bundestierärztekammer – „Die Neubewertung der Impfung gegen Tollwut“ (DTBl 01/2022):
      PDF-Download  https://www.bundestieraerztekammer.de/btk/dtbl/archiv/2022/artikel/DTBl_01_2022_Tollwutimpfung.pdf

     


    Internationale / englischsprachige Quellen

    • PMC – „Rabies post-exposure prophylaxis in Germany“:
      https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8161409/

    • CDC – Rabies status by country:
      https://www.cdc.gov/rabies/country-data/index.html

    • Rover.com – „Can My Cat Get Rabies?“:
      https://www.rover.com/uk/blog/rabies-in-cats/

    • EU – „Rules on entering the European Union with dogs, cats and ferrets“:
      https://food.ec.europa.eu/animals/movement-pets/designated-laboratories-performing-rabies-antibody-titration-tests_en

    • Wikipedia – Tollwut:
      https://de.wikipedia.org/wiki/Tollwut

     

     

    Details
    Zugriffe: 2312

    Katzen Aids – Felines Immundefizienz – Virus (FIV)

    Dieser Beitrag richtet sich gezielt an Katzenhalterinnen und Katzenhalter ohne medizinische Ausbildung die dennoch ihre Katze bestmöglich versorgen möchten. Der Inhalt ist fachlich korrekt, ohne Fachjargon, strukturiert, detailliert nach Wichtigkeit, jeweils mit vollständiger URL.
    Sie sollen verstehen, worum es bei FIV geht, welche Vorsorgemaßnahmen sinnvoll sind und worauf Sie achten müssen – und Sie erhalten eine Checkliste und ein Arztfrageformular.

    Warum ist eine tierärztliche Diagnose und Behandlung notwendig?

    FIV ist eine chronische Virusinfektion, die idealerweise früh erkannt wird. Nur ein Tierarzt kann mittels Tests feststellen, ob Ihre Katze infiziert ist oder nicht. Zudem sind viele Entscheidungen – wie Medikamente, Pflege und Verhalten – medizinisch fundiert zu treffen. Ohne tierärztliche Betreuung riskieren Sie Fehlentscheidungen, die das Leben Ihrer Katze gefährden könnten.

     


    Offizieller Name der Krankheit

    Felines Immundefizienz-Virus (Abkürzung: FIV). Umgangssprachlich oft „Katzen-AIDS“ genannt. Wikipedia

    Beschreibung / Wesentliches

    FIV ist ein Virus, das das Immunsystem der Katze schädigt, indem es bestimmte Abwehrzellen (z. B. Lymphozyten) befällt und schwächt. Über Jahre kann die Katze relativ gesund leben – erst im Verlauf steigt das Risiko für Infektionen und Erkrankungen, weil das Immunsystem nicht mehr ausreichend geschützt ist. Felmo - Mobile Tierärzte

    Erreger / Verursacher

    • FIV gehört zur Familie der Retroviren (Lentiviren).
      Wikipedia

    • Das Virus integriert sich in das Erbgut von Immunzellen und verbleibt lebenslang im Körper.
      ABCD cats & vets (englisch)

      Rufen Sie die Seite z.B. mit Google auf, klicken die Seite mit der rechten Maustaste an, wählen im Menü Übersetzen in Deutsch.

     


    Betroffene Katzen

    • Weltweit verbreitet, aber Prävalenz variiert (z. B. in Deutschland ~2–3 %)
      Tierarztpraxis Dr. Kristine Hucke Wiesbaden

    • Besonders gefährdet: Freigänger, unverträgliche Katzen (mit Kämpfen/Bissgefahr), unkastrierte Kater
      Katzenklinik Frankfurt

    • Auch beheimate Katzen können infiziert sein, z. B. durch Bisskontakt oder seltener über Bluttransfusion oder von Mutter auf Kitten.
      ABCD cats & vets (deutsch)

     


    Symptome

    Frühanzeichen

    • Oft kaum merklich. Möglich sind:
      leichtes Fieber, vergrößerte Lymphknoten, unspezifische Schwäche oder Appetitverlust
      .
      ABCD cats & vets (deutsch)Tierarztpraxis Dr. Kristine Hucke Wiesbaden  Felmo - Mobile Tierärzte

    • In dieser Phase kann der Virusnachweis schwierig sein;
      bei Katzen, die frisch infiziert wurden, fehlen oft noch Antikörper im Test.

      ABCD cats & vets (deutsch)

    Fortgeschrittene Symptome / spezifische Symptome

    • Häufig:
      wiederkehrende Infektionen (Zahnfleischentzündungen, Atemwegsinfekte, Hautprobleme)

    • Gewichtsverlust, Durchfall oder andere Verdauungsprobleme

    • Fieber, Abgeschlagenheit, Haarausfall

    • Bei schwer geschwächten Katzen:
      Organprobleme, Tumorbefall, neurologische Symptome

    • Zum Teil schlechte Reaktion auf übliche Therapien

    Die Symptome variieren stark und werden oft von Sekundärinfektionen geprägt. 
    Katzenklinik Frankfurt 


    Ist die Krankheit für Menschen gefährlich? Übertragung & Zoonose

    • Keine Ansteckung auf Menschen oder andere Tierarten –
      FIV ist katzen­spezifisch.
      AniCura 
      ABCD cats & vets (deutsch)
      • Der Hauptübertragungsweg bei Katzen:
        Bisswunden – besonders durch aggressives Verhalten oder Kämpfe.
        Felmo - Mobile Tierärzte
        AniCura 
        Tierarztpraxis Dr. Kristine Hucke Wiesbaden  
        • Weitere mögliche, aber seltene Wege: von der Mutter auf Kitten
          (vertikale Übertragung), Bluttransfusion, seltener über Schleimhäute.

        • Keine Luftübertragung, kein gemeinsames Lecken von Futter/Wasser
          führt üblicherweise zur Infektion.
          VETO Tierschutz

         


        Diagnostik – Was tut der Tierarzt?

        1. Anamnese & klinische Untersuchung
          Der Tierarzt fragt nach Freigang, Bissverletzungen, Vorerkrankungen etc., und untersucht die Katze (Zähne, Lymphknoten, allgemeiner Zustand).

        2. Antikörper-Tests
          Schnelltests in der Praxis (POC-Tests) können Antikörper gegen FIV nachweisen.
          Ein positives Ergebnis wird bestätigt durch Methoden wie Western Blot oder Line Blot.
          LABOKLIN Europe Labor Diagnostic ABCD cats & vets (deutsch)
          Bei Kätzchen können mütterliche Antikörper das Ergebnis verfälschen; daher wird oft nach ein paar Monaten nachgetestet. 

        3. PCR / Virusnachweis
          In manchen Fällen kann der Virus (Provirus) mittels PCR in bestimmten Zellen nachgewiesen werden,
          aber ein negativer PCR-Test schließt FIV nicht aus. 
          LABOKLIN Europe Labor Diagnostic ABCD cats & vets (deutsch)

        4. Blutuntersuchungen & Laborwerte
          Der Tierarzt kann das Blutbild prüfen, insbesondere weiße Blutkörperchen, Immunsystemmarker, Organwerte –
          um Sekundärprobleme zu erkennen.

        5. Weitere Tests (Urin, Kot, Bildgebung)
          Um Folgeerkrankungen wie Nierenprobleme, Verdauungsstörungen oder Infektionen zu erkennen,
          können Urin- oder Kotuntersuchungen sowie bildgebende Verfahren (z. B. Ultraschall) eingesetzt werden.

        Behandlung & Therapie

        Behandlungsziele

        • Symptomlinderung:
          Behandlung von Sekundärinfektionen, Unterstützung des Allgemeinzustands

        • Immunsystem stärken:
          in manchen Fällen mit Immunmodulatoren

        • Lebensqualität erhalten
          und möglichst langfristig stabil halten

        Medikamente, Legalität & Risiken

        • Es gibt keine Heilung von FIV mit aktuellen Medikamenten.
          AniCura
          ABCD cats & vets


        • Interferon-alpha (bei Katzen, in niedriger Dosis) wurde untersucht und kann in Einzelfällen das Leben verlängern oder Symptome mildern.
          Europe PMC - englisch
          Rufen Sie die Seite z.B. mit Google auf, klicken die Seite mit der rechten Maustaste an, wählen im Menü Übersetzen in Deutsch.

        • Einige antiretrovirale Substanzen (z. B. AZT / Zidovudin) wurden in Studien erprobt,
          aber mit Nebenwirkungen. ABCD cats & vets

        • In Europa steht kein zugelassener Impfstoff gegen FIV zur Verfügung.
          ABCD cats & vets

        • Die Medikamente und Immunmodulatoren müssen vom Tierarzt sorgfältig abgewogen werden –
          Risiken, Wechselwirkungen und Lebensqualität sind zu berücksichtigen.

         

         


        Unterstützende Therapie, Pflege zu Hause

        • Gute Pflege, Stressvermeidung
          und ein hygienisches Umfeld

        • Infektionen frühzeitig behandeln
          (z. B. Zahnerkrankungen, Harnwegsinfekte)

        • Regelmäßige Kontrollen und Laboruntersuchungen

        • Isolation von aggressiven Kontakten,
          bei Mehrkatzenhaltung evtl. Trennung oder besondere Vorsicht

        • Operationen sind grundsätzlich möglich, sofern die Katze symptomarm ist –
          mit Vorsicht und perioperativer Antibiotikaprophylaxe. 

        Therapiedauer & Kosten

        • Da FIV nicht heilbar ist,
          richtet sich der Aufwand an Lebensphase und Symptomen.

        • Die Kosten umfassen Tests, Medikamente, Kontrollen,
          eventuell stationäre Aufenthalte.

        • Eine Ratenzahlung kann sinnvoll sein –
          fragen Sie Ihre Tierarztpraxis nach Zahlungsoptionen.

        • Eine Tierkranken­versicherung kann insbesondere bei chronischen Krankheiten wie FIV vorteilhaft sein,
          besonders wenn Sie frühzeitig behandelt werden.

         


        Prognose & Verlauf, Langzeitfolgen, Heilungschancen

        • FIV ist nicht heilbar, aber viele infizierte Katzen leben jahrelang ohne oder mit wenigen Symptomen.
          Frontiers
          Katzenschutzbund Koeln e.V.
          AniCura


        • Der Verlauf kann in drei Phasen eingeteilt werden:
          1. Akute Phase (nach Infektion) mit unspezifischen Symptomen

          2. Latenzphase (jahrelang symptomfrei)

          3. Terminalphase mit klinischen Symptomen und Komplikationen
            Tierarztpraxis Dr. Kristine Hucke Wiesbaden  

        • Langzeitfolgen:
          erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, Entzündungen, Tumore, Organprobleme

        • Die Lebenserwartung:
          hängt stark ab von Pflege, Gesundheitsstatus und Komplikationen –
          manche Katzen erreichen ein normales Lebensalter.

         


        Checkliste für Katzenhalter (Symptome-Check)

        ☐ Bissverletzung / Kampfverhalten bekannt
        ☐ Gewichtsverlust, reduzierter Appetit
        ☐ Wiederkehrende Infektionen (Zähne, Haut, Atemwege)
        ☐ Schwäche, Lethargie
        ☐ Fieber / Temperaturveränderungen
        ☐ Lymphknotenvergrößerung
        ☐ Zahnfleischprobleme, Mundentzündungen
        ☐ Verdauungsprobleme (Durchfall, Erbrechen)
        ☐ Organprobleme (z. B. Nierenzeichen)
        ☐ Neurologische Auffälligkeiten (Koordination, Verhalten)

        (Setzen Sie ein Häkchen, wenn zutreffend – bei mehreren positiv: Tierarzt konsultieren.)


        Ernährung & Diät

        Empfohlenes Futter

        • Hochwertiges, ausgewogenes Futter mit guten Proteinen
        • Leicht verdaulich, nährstoffreich
        • Regelmäßige Fütterung in kleinen Portionen, um Appetitprobleme zu umgehen
        • Viel frisches Wasser

        Zu vermeidende Inhaltsstoffe

        • Minderwertige Futter mit vielen Füllstoffen
        • Große Umstellungen des Futters plötzlich
        • Zusatzstoffe, auf die die Katze sensibel reagiert

         


        Vorbeugung / Prophylaxe

        • Kastration männlicher Katzen,
          um aggressive Kämpfe (mit Bissrisiko) zu reduzieren
          Tierarztpraxis Dr. Kristine Hucke Wiesbaden

        • Vermeidung von Freigang bei Risikokatzen
          oder in Gebieten mit hoher Infektionsrate

        • Keinen Kontakt zu streunenden, unbekannten
          oder aggressiven Katzen zulassen

        • Regelmäßige Gesundheitschecks,
          insbesondere bei Mehrkatzenhaltung

        • Sofortiger Tierarztbesuch nach Bissverletzungen

         


        Übersicht über aktuelle Therapien & Einsatzmöglichkeiten in Deutschland/Europa

        • Kein zugelassener Impfstoff gegen FIV in Europa
          ABCD cats & vets 

        • In einigen Ländern wird Interferon-alpha (niedrige Dosis) eingesetzt,
          nicht als Heilmittel, sondern zur Unterstützung 
          Europe PMC - englisch

        • Experimentelle Ansätze mit Immuntherapie oder antiretroviralen Substanzen werden erforscht,
          aber sind aktuell nicht als Standardtherapie etabliert
          PMC PubMed Central (englisch)

        • Operationen sind möglich, sofern die Katze symptomarm ist,
          aber mit Vorsicht und Prävention von Komplikationen 

        Formular mit Fragen an den Tierarzt

        1. Ist meine Katze auf FIV getestet oder sollte sie getestet werden?
        2. Welcher Test (Schnelltest, Western Blot, PCR) ist in meinem Fall sinnvoll?
        3. Welche Symptome bei meiner Katze könnten durch FIV verursacht sein, welche unabhängig?
        4. Welche Behandlungsmöglichkeiten existieren aktuell (z. B. Interferon)?
        5. Welche Risiken und Nebenwirkungen haben die vorgeschlagenen Therapien?
        6. Wie oft und welche Kontrolluntersuchungen sind nötig?
        7. Wie kann ich die Lebensqualität meiner FIV-positiven Katze verbessern?
        8. Ist meine Katze operabel oder risikohaft bei Eingriffen?
        9. Welche Kosten sind zu erwarten, und bieten Sie Ratenzahlung an?
        10. Ist eine Tierkrankenversicherung sinnvoll für den Fall FIV?

         


        Rechtliche Lage in Deutschland, EU & Auslandsreisen

        • In Deutschland ist FIV kein meldepflichtiger Erreger bei Katzen –
          kein Zwang zur Impfung oder Quarantäne im Allgemeinen.

        • In der EU gibt es keine Pflichtimpfung gegen FIV.

        • Für Auslandsreisen sind meist andere Impfungen (z. B. Tollwut) relevant –
          FIV spielt dort selten eine Rolle in den Einreisebestimmungen.

        • In den USA existierte zeitweise ein FIV-Impfstoff, doch dieser ist in vielen Regionen nicht mehr gebräuchlich
          und wurde wegen Wirksamkeits- und Testverfälschungsproblemen kritisch bewertet.
          ABCD cats & vets (englisch)

        • Für Katzenhalter bedeutet das:
          Sie sind rechtlich wenig eingeschränkt, aber müssen gesundheitsbewusst planen.

        Rechtliche Lage für Katzenhalter

        FIV ist nicht gesetzlich geregelt wie Tollwut oder Katzenseuche,
        aber Halterinnen und Halter tragen Verantwortung, die Verbreitung zu verhindern. Rechtliche Einschränkungen bestehen nicht, praktische Regeln (z. B. in Tierheimen oder bei Reisen) sollten individuell beachtet werden.

        ThemaBedeutung für KatzenhalterRechtliche Grundlage / Quelle
        Meldepflicht

        FIV ist nicht meldepflichtig. Tierärzte müssen Infektionen nicht an Behörden melden.

        Kein Eintrag in Tiergesundheits-VO; FLI – FIV kein Seuchenerreger (fli.de)
        Haltung & Tierheime Haltung FIV-positiver Katzen ist erlaubt. Tierheime oder Züchter können eigene Aufnahmebedingungen festlegen.

        Organisatorische Regelungen, keine gesetzlichen Vorschriften
        Quarantäne / Tötung Keine gesetzliche Pflicht zur Tötung oder Isolierung. Maßnahmen erfolgen nur nach tierärztlicher Einschätzung.

        Keine Tollwut-VO-Bestimmungen anwendbar
        Test- & Impfpflicht Keine Test- oder Impfpflicht. In der EU kein zugelassener FIV-Impfstoff.

        Ständige Impfkommission Vet / tieraerzteverband.de
        Reisen (EU / Ausland) FIV spielt keine Rolle bei der Einreise. Wichtig bleibt nur Tollwutimpfung & Heimtierausweis.

        EU-Verordnung 576/2013 / BMEL
        USA-Einreise Kein FIV-Test erforderlich. Nur Gesundheitszeugnis und ggf. Tollwutnachweis.

        APHIS USDA - Animal and Plant Health Inspection Service (englisch)
        Blutspender / Kliniken Nur FIV-negative Katzen dürfen als Blutspender eingesetzt werden.

        BTK-Leitlinie „Blutprodukte“ (bundestieraerztekammer.de)
        Versicherung / Haftung FIV ist keine Zoonose, keine Haftungsgefahr gegenüber Menschen. Tierkrankenversicherung kann sinnvoll sein.

        Zivilrechtlich, keine speziellen FIV-Gesetze
        Mehrkatzenhaushalt / Freigang Freigang sollte vermieden werden (Infektionsschutz). Keine gesetzliche Pflicht, aber veterinärmedizinische Empfehlung.

        Empfehlungen ABCD & BTK



         


        Deutsche Quellen

        • Anicura – FIV (Katzen-AIDS):
          https://www.anicura.de/fuer-tierbesitzer/katze/wissensbank/fiv-katzen-aids/
          AniCura

        • Felmo – FIV bei der Katze:
          https://felmo.de/katzenratgeber/fiv-bei-der-katze
          felmo

        • Tierarzt Hucke – Feli­ne Immunschwäche (FIV):
          https://www.tierarzt-hucke.de/Infektionskrankheiten/infekt19.html
          Dr. Kristine Hucke

        • Katzenschutzbund Köln – FIV:
          https://www.katzenschutzbund-koeln.de/gesundheit/fiv/
          Katzenschutzbund Koeln e.V.

        • VETO Tierschutz – FIV oder Katzenaids: Das sollten Sie wissen:
          https://www.veto-tierschutz.de/magazin/katzen-ratgeber/fiv-oder-katzenaids/
          VETO Tierschutz

        • Wikipedia – Immundefizienzsyndrom der Katzen: https://de.wikipedia.org/wiki/Immundefizienzsyndrom_der_Katzen
          Wikipedia

        Internationale / wissenschaftliche Quellen

        • ABCD cats & vets – Fact Sheet FIV (englisch):
          https://www.abcdcatsvets.org/wp-content/uploads/2022/11/FACTSHEET_FIV_Feline-immunodeficiency-virus_2019_EN.pdf
          ABCD cats & vets

        • Laboklin – FIV & Diagnose: https://laboklin.com/en/products/infectious-diseases-pathogens-and-antibody-detection/viruses/feline-immunodeficiency-virus-fiv/
          LABOKLIN Europe

        • Frontiers in Veterinary Science – Review zu FIV (2025):
          https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2025.1665999/fullFrontiers

        • Pedretti et al. – Interferon-Alpha bei FIV:
          https://europepmc.org/article/med/16169599
          Europe PMC

        • Studien zur globalen Prävalenz FIV:
          https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/1098612X241245046
          SAGE Journals
        Details
        Zugriffe: 2093
        1. FeLV - Felines Leukämievirus
        2. CNI – Chronische Niereninsuffizienz
        3. Peritonitis - Bauchfellentzündung
        Copyright © 2025 Tierschutzverein Erkrath. Alle Rechte vorbehalten.
        Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.
        • Startseite
        • UNSER VEREIN
        • HELFEN UND SPENDEN
        • Impressum
        • Datenschutz
        • HAFTUNGSAUSSCHUSS
        • SITEMAP