Kofi und Nikos

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Leandro war eineinhalb Jahre, als sein Zuhause zwangsgeräumt wurde. Er flüchtete über den Balkon und lebte einige Wochen draußen, bis jemand die AGT anrief. Nachbarn fütterten ihn an, so dass er nach einiger Zeit eingefangen werden konnte.

Der erste Weg führte zur AGT-Vereins-Tierarztpraxis, wo der Kater erstmal  kastriert und gechippt wurde. Danach kam er in eine Pflegestelle, wo ich ihn ein paar Tage später besuchte. Ich traf auf einen jungen Kater voller Panik. Er tat mir so leid, dass ich ihn „retten“ wollte.

Mein erster Kater war sechs Wochen vorher gestorben. Auch er war ein AGT-Tier. Deshalb durfte ich Leandro sofort mitnehmen.

Zuhause in Duisburg angekommen, gab ich ihm einen neuen Namen: Kofi.

Kofi versteckte sich drei Monate lang hinter dem Schrank und unter dem Sofa. Aber in meiner Abwesenheit oder nachts kam er heraus, aß und benutzte auch seine Toilette.

Eines Tages saß er morgens neben meinem Bett und schaute mich an, als wolle er sagen: Wer ist das denn? Ich ließ ihn jedoch erstmal in Ruhe. Noch mal ein paar Tage später setzte er sich neben mich auf das Sofa. Da war der Bann gebrochen.

Nach und nach traute er sich immer ein bisschen mehr.

Heute vertrauen wir uns total, wir schmusen und er schläft in meinem Bett.

Er ist zwar immer noch ein eher scheuer und ängstlicher Kater, aber für seine Verhältnisse hat er sich super gemacht.

Ich bin überzeugt, dass er vorher Schlimmes erlebt haben muss.

Da ich tagsüber die Dosen verdienen muss, dachte ich nach einem Jahr darüber nach, Kofi einen Kumpel zur Seite zu stellen.

Auf der AGT-Homepage sah ich Kater Panos.

Panos war auf den Peloponnes Urlaubern zugelaufen, die dort ein Haus über den Sommer hatten. Er war fast verhungert und verdurstet, sprich in einem sehr schlechten Zustand. Die Urlauber päppelten ihn auf, brachten ihn zum Tierarzt und nahmen ihn mit nach Deutschland. Davon waren die beiden vorhandenen Katzen nicht erbaut und so kam er zur AGT in eine Pflegestelle. Dort besuchte ich ihn und ich entschloss mich sofort, ihn aufzunehmen.

Die Pflegestellenbetreuerin war so flexibel und fuhr direkt mit. Ich nannte ihn Nikos.

Nikos war ein halbes Jahr jung und sehr temperamentvoll; er nahm mir quasi die Bude auseinander und jagte Kofi durch selbige.

Kofi hatte Angst vor ihm und zog sich wieder zurück; ich dachte schon, ich hätte eine Fehlentscheidung getroffen. Aber im Laufe der Zeit wurde Nikos ruhiger und Kofi gewöhnte sich an ihn.

Nikos möchte am liebsten den ganzen Tag schmusen und durchgeknuddelt werden.

Nikos hat sich bei uns zum Boss hochgearbeitet und immer noch ein Powerpaket. Die Beiden toben und jagen durch die Wohnung, wobei ich mich immer freue, wenn Kofi den Nikos jagt. Dann feuere ich ihn regelrecht an. Nur im Bett klappt es nicht zu Dritt, weil Nikos zu unruhig ist. Er muss im Wohnzimmer schlafen, nur dann haben Kofi und ich nachts Ruhe.

Ich hoffe, dass wir Drei noch viele viele Jahre zusammen leben können.