Marie und Toulouse

Unser Kampf-Kater und seine liebe Schwester

Unser alter Kater ist leider an Krebs gestorben. Wir leben seit ca 40 Jahren mit Katzen zusammen und für meinen Mann und mich war klar, dass wir nicht alleine bleiben wollten. Da wir selber nicht mehr jung sind, wollten wir entsprechend ein älteres Katzenpärchen adoptieren. Bei unserer Suche im Internet stießen wir auf Marie und Toulouse und haben uns gleich in ihre Fotos verguckt. Auf einen Anruf bei Frau Becker erfolgte unser erster Besuch. Schon dabei zeigte sich, wie bereits von Frau Becker am Telefon angedeutet, dass Toulouse mit Vorsicht zu genießen ist. Ehe ich mich versah, hatte er mich auch schon gekratzt. Okay, dass kann natürlich leicht passieren, wenn man sich noch nicht kennt. Sein altes Frauchen war verstorben, und daher ist es natürlich nicht ungewöhnlich, wenn ein Tier danach verstört ist.

Aber bei Toulouse war der Fall etwas anders gelagert. Sein Verhalten änderte sich auch nach dem Einzug von ihm und seiner Schwester in ihr neues Zuhause nicht. Dabei war er sehr liebebedürftig und wollte unbedingt gestreichelt werden. Ohne Vorwarnung griff er uns jedoch blitzartig an. Ein Grund dafür war uns für nicht zu erkennen. Nachdem unsere „normalen Lederhandschuhe“ keinen ausreichenden Schutz vor seinen Attacken boten, kauften wir uns dicke Lederhandschuhe aus dem Baumarkt. Was soll ich sagen, er fand die Dinger klasse. Immer wenn wir sie überzogen, kam er sofort an, denn: „super, ich werde jetzt gekrault“. Selbst wenn wir glaubten, er müsste jetzt im 7. Katzenhimmel sein, kam wieder ein blitzartiger Angriff. Gut, haben wir uns gedacht, er braucht noch mehr Zeit. Wir streichelten ihn dann eben weniger und haben uns stattdessen hauptsächlich freundlich mit ihm unterhalten. Irgendwann, so dachten wir, wird er doch wohl bei uns ankommen und merken, dass es keinerlei Grund zur Verteidigung gibt.

Wir waren schon ziemlich verzweifelt. Und es sollte nicht besser werden. Aber irgendetwas muss ihm in der Vergangenheit zugestoßen sein, was diese Angriffe provoziert hat. Leider werden wir  nie erfahren, was das war. Und es sollte uns auch weiterhin nicht langweilig werden. Er hatte sich im Garten ein Auge übel verletzt. Das hieß für uns über Wochen, das Auge einzucremen. Alternative dazu wäre eine Augen-OP bzw. Entfernung des Auges gewesen.

Jetzt hieß es für uns 8 x täglich: Einer hält den Kampf-Kater mit den dicken Handschuhen fest und einer cremt. Anschließend gab es natürlich ein Leckerchen. (Sorry, liebe Frau Becker, er ist jetzt ein bisschen runder geworden, aber Sie werden ihn noch wieder erkennen.) Vermutlich hat die Creme seinem schmerzenden Auge gut getan und das Leckerchen natürlich seiner armen Katerseele. Er wurde immer lieber, und bald konnte ihn schon einer von uns alleine versorgen. Nach Wochen der Augenpflege guckt er uns heute wieder mit seinen wunderschönen Kulleraugen an (wer kann da schon widerstehen!?). Dr. Apelt ist sehr zufrieden mit ihm.

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  Wir wollen unser Fräulein Marie nicht vergessen. Dadurch, dass sie einfach nur unglaublich lieb ist, muss man aufpassen, dass sie nicht zu sehr in den Hintergrund gedrängt wird. Anfangs war sie noch sehr schüchtern und hat sich gern versteckt. Auch Streicheleinheiten hat sie nur in kleinen Dosen zugelassen. Aber sie hat sich gut eingelebt und manchmal fordert !! sie heute die ihr zustehende Aufmerksamkeit. Sie ist vollkommen unkompliziert
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Beide Katzen sind sehr anhänglich und laufen wie Hunde hinter uns her. Wenn Besuch ins Haus kommt, finden sie das klasse. Selbst vor Handwerkern mit lauten Maschinen haben sie keine Angst. Nur den Staubsauger mögen sie nicht.

Wir sind sehr froh, dass wir nun wieder zur Untermiete wohnen können. Ohne Fräulein Marie und den nun doch sehr lieben Herrn Toulouse würde uns etwas fehlen.

Nur eins müssen wir ihnen noch beibringen: Küchenarbeitsbrett und Esstisch sind tabu !!! für die Beiden, bzw. sollte es sein. Da nützt manchmal nur noch die Blumendusche (auch Hausmacht genannt). Der Kampf geht also weiter………..

(aber ich gebe ja soooo schnell nicht auf!!)

Ursula Lötte