Jardino und Luana

Dies ist brutale Tierschutz-Realität:

Das Geschwisterpärchen Dotterblümchen und Jardino nahmen wir im August 2007 als Kinder auf. Sie kamen von einem Reiterhof mit ignoranten Nutzern. Leider war die Prägungsphase vorbei und die Beiden waren bereits ziemlich verwildert.

Wir fanden im April 2008 in Wuppertal eine junge Frau, die beruflich als Tiersitterin arbeitete, eine sehr große Wohnung über 2 Etagen bewohnte, in der sie ein kleines Katzenrudel aufgebaut hatte. Sie nahm Dotterblümchen und Jardino in dieses Rudel auf, wo sie sich sehr wohl fühlten, wie Fotos dokumentierten.

Als wir im Herbst 2008 eine Unterkunft für zwei Katzenkinder einer Streunermutter aus Düsseldorf suchten, Luana und Milena, bot sich diese junge Frau an, auch diese Katzen in ihr Katzenrudel zu integrieren, was auch sehr gut gelang. Auf unsere Kosten wurden die Katzen kastriert, geimpft, gechippt, entwurmt. Mehrmals waren wir vor Ort, um uns von der guten Unterbringung zu überzeugen und um aus Dankbarkeit Berge von Futter hinzukarren.

Der letzte Kontakt war im Januar 2010. Als unsere Kontaktversuche danach ins Leere liefen, schalteten wir das Einwohnermeldeamt ein, welches uns mitteilte, dass die junge Frau umgezogen war. Gleichzeitig fanden wir im Journal vom Tierheim Wuppertal einen Artikel, nach dem einer jungen Frau in Wuppertal sämtliche Tiere vom Amtsveterinär abgenommen worden waren und dass sie sich im Tierheim befanden. Wir ahnten Schlimmes und setzten sofort alle Hebel in Bewegung um herauszufinden, ob das unsere Katzen waren. Zwei, nämlich Jardino und Luana, befanden sich im Tierheim Wuppertal, sie waren jedoch – warum auch immer – bis dato nicht abgechippt worden. Egal, wir holten sie stehenden Fußes  zu uns. Sie glichen mehr Hungerhaken und waren völlig verstört und traumatisiert.

Hier ein Auszug aus dem Artikel der TH-Zeitung (es geht um die neue Wohnung, in der wir nie waren):

… Der Boden der total mit Müll und Unrat vollgestopften Zimmer war uringetränkt und stellenweise zentimeterhoch mit Hunde- und Katzenkot bedeckt, ein Betreten infolgedessen nur mit Plastiküberschuhen möglich. Dies schien die Tier-„pflegerin“ allerdings nicht zu stören, denn sie lief barfuß in der Wohnung herum. Das allerschlimmste aber war der Zustand der vorgefundenen Tiere: Acht völlig abgemagerte und verstörte Katzen, ein ebensolcher Rauhaardackel und zwei Vogelspinnen…… Zitatende.

Wir fuhren zur alten Wohnung und sprachen mit Nachbarn. Die berichteten, dass nach dem Auszug der jungen Frau mehrere tote Katzen in Müllsäcken auf einem der Balkone gefunden worden waren. Nach der Beschreibung waren keine getigerten Katzen darunter.

Dann fuhren wir zur neuen Wohnung, es öffnet niemand, aber wir unterhielten uns mit Nachbarn: Die junge Frau hatte die noch vorhandenen Katzen auf Nachbarn verteilt, aber diese Nachbarn hatten nicht die getigerten Dotterblümchen und/oder Milena. Wir schrieben, auch über unsere Rechtsanwältin, mehrere Briefe an die junge Frau, keine Antwort. Jetzt haben wir Klage auf Herausgabe von Dotterblümchen und Milena gestellt.

Nach Berichten von Nachbarn ist die junge Frau nach dem Kennenlernen eines Mannes völlig abgestürzt, wobei auch Drogen im Spiel sind, wobei wir unmäßigen Alkohol-„genuss“ auch zu den Drogen zählen.

Wir sind kreuzunglücklich über die Situation, aber als wir unsere – nicht zugänglichen – Katzen dieser Frau anvertrauten, waren die Umstände in Ordnung, den Katzen ging es bei unseren Besuchen gut. Jetzt müssen wir registrieren, dass wahrscheinlich mehrere Katzen verhungerten, wir hoffen inständig, dass es nicht Dotterblümchen und Milena sind.