Mein Leben als 'Zirkuselefant'

Ich heiße Sara und bin eine afrikanische Elefantendame.

Ich „arbeite“ seit vielen, vielen Jahren bei einem Zirkus als „Zirkuselefant“.
Ich erzähle euch heute wie mein Leben aussieht.
Wenn der Zirkus von einer Stadt in die nächste fährt, muss ich auch mitfahren.
Ich passe nicht in ein Auto, weil ich so groß und schwer bin.
Sie sperren mich in einen Transportwagen.
Der ist aber nicht gemütlich.
Ich kann mich darin geradeso umdrehen.
Außerdem ist es dunkel und oft genug auch kalt darin.
Ihr müsst wissen, ich friere oft, weil ich ja eigentlich aus Afrika stamme.
Dort ist es viel wärmer.

Wenn wir in einer Stadt angekommen sind, muss ich oft noch lange in meinem Wagen bleiben, bis die Zirkusleute die Zelte aufgebaut haben.
Irgendwann werde ich dann aus meinem Transportwagen geholt und in mein Zelt gebracht.
Manchmal haben die Zirkusleute keine Lust, mein Zelt aufzubauen.
Dann muss ich in meinem Wagen bleiben oder werde draußen irgendwo an meinem Bein angekettet.
Angekettet sein ist sehr schlimm.
Es ist so langweilig, weil ich mich kaum bewegen kann.
Dann wippe ich ein bisschen hin und her, in der Hoffnung, die Langeweile vertreiben zu können.
Beim Hin- und Her- Wippen träume ich, wie es wäre, wenn ich einen anderen Elefanten treffe.
Wir könnten uns unterhalten, zusammen kuscheln und uns gegenseitig trösten.
Leider wird mein Traum wohl niemals wahr werden.
Wenn ich nicht angekettet oder eingesperrt bin, muss ich mit dem „Elefantentrainer“ in die Manege.
Dort soll ich die Menschen mit Kunststücken unterhalten.
Das sieht vielleicht lustig aus, aber es macht mir überhaupt keinen Spaß. Ich bin viel zu schwer, um einen Kopfstand zu machen.
Das tut meinen Knochen weh und ich komme mir sehr albern vor.
Wenn ich mich weigere, diese Kunststücke zu machen, schlägt der „Elefantentrainer“ mich.
Das tut sehr weh, weil meine Haut genauso empfindlich ist wie die eines Menschen.
Nach der Vorstellung werde ich wieder angekettet oder in meinen Wagen gesperrt.
Wenn ich Glück habe, kann ich im Zelt stehen.
Dieses ist allerdings auch nicht sehr groß.
Es reicht, um ein paar Schritte hin und her zu gehen.
So sieht mein Tagesablauf aus.
Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr.

Ich habe einmal gehört, dass es Elefanten gibt, die in Afrika leben.
Ohne Zirkuszelt, ohne Transportwagen, ohne Ketten und ohne Kunststücke. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Ob es das wirklich gibt? In meinen Träumen bin ich auch dort und renne mit anderen Elefanten durch Wasserlöcher, spiele mit ihnen und kuschele mit ihnen.

Quelle:Peta Kids