Tierleid-Befürworterin Aigner

Elefanten, Löwen und Affen sollen auf deutschen Zirkusbühnen bald nicht mehr auftreten dürfen. Nachdem der Agrarausschuss des BundesRATs mit deutlicher Mehrheit für ein Verbot von Wildieren in hiesigen Manegen gestimmt hat, soll das Plenum der Länderkammer dies am 25.11.11 absegnen. Danach muss die Bundesregierung entscheiden, wie mit den wilden Zirkustieren künftig verfahren werden soll.

Eine artgerechte Haltung wilder Tiere sei im Zirkus nicht möglich, begründeten die Antragsteller ihr Anliegen, das auf einen Vorstoß aus Hamburg zurück geht. Tiger, Giraffen und Nashörner müssten einenGroßteil ihres Lebens in engen Transportwagen verbringen, dort oft auch während der Auf- und Abbauzeiten ausharren. Die mangelnde Bewegung führe häufig zu schweren Erkrankungen, Verhaltensstörungen, mitunter sogar zum Tod der Tiere. Vor allem Großbären, die eigentlich Einzelgänger seien, müssten auf engstem Raum miteinander auskommen.

Die zuständige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ist, was das Verbot der Wildtiere auf Zirkusbühnen angeht, zurückhaltend. Nach Auffassung ihres Ministeriums könnte eine solche Regelung, die es in Österreich übrigens bereits gibt, gegen die Verfassung verstoßen - weil es die Freiheit der Berufsausübung der Dompteuer und das Eigentumsrecht zu stark einschränken würde.

Quelle: Rheinische Post/10.11.11

Kommentar:
Frau Aigner wird entgangen sein, dass in der Verfassung, d.h. Grundgesetz, steht:

Artikel 20a
Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

Fassung aufgrund des Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Staatsziel Tierschutz) vom 26.7.2002