Infos - Schweine

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Schweine sind intelligent

Tiere sind oft schlauer als wir vermuten und wahrhaben wollen. Unseren Haustieren wie Hunden und Katzen sprechen wir meistens mehr Intelligenz zu als den sogenannten "Nutztieren". Dabei sind z.B. Schweine genauso verspielt, anhänglich und mitfühlend wie Hunde und besitzen sogar einen noch höheren IQ. Laut Professor Donald Bloom von der Veterinärmedizinischen Abteilung der Cambridge Universität sind Schweine sogar klüger als durchschnittliche dreijährige Kinder. Schweine erkennen ihren Namen, haben ein langes Gedächtnis und sind von Natur aus sehr neugierige Wesen.

In Freiheit führen sie ein sehr komplexes soziales Leben und sind entgegen dem verbreiteten Klischee sehr auf Reinlichkeit bedacht. Sie beschmutzen niemals ihren Schlaf- und Fressplatz, sondern verrichten ihr Geschäft weit davon entfernt. Gelegentliche Schlamm- und Wasserbäder in der Natur dienen lediglich zur Abkühlung und zum Schutz vor Insekten. Wenn man sich bewußt macht, dass auch der Geruchssinn von Schweinen um ein Vielfaches stärker ausgeprägt ist als bei Hunden, wird zumindest ansatzweise deutlich, welche Qualen Schweine in der Massentierhaltung erleiden.

Arme Schweine

Auch wenn es täglich Informationsströme gibt, habe ich einen Text geschrieben, nachdem ich im Urlaub an einer Schweinemastanlage in der Rhön vorbei lief. Ich musste es auf diesem Wege irgendwie verarbeiten. Kerstin Wuthenow, Jena


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Das alles für einen völlig überflüssigen Gaumenkitzel!!!!! schwein 2

Ich schreibe diesen Brief ein paar Stunden vor meiner Hinrichtung. Das mag seltsam klingen, weil niemand etwas davon gesagt hat, aber mit der Zeit spürt man das, glaube ich. Vor einiger Zeit kam ich auf die Welt und ich erinnere mich sehr gern an diese Zeit. Ich war eines von fünf Kindern. Wir waren alle gleichzeitig da und meine Mutter hat sich sehr liebevoll um uns gekümmert. Es war eine herrliche Zeit voller Abenteuer. Wir konnten essen, soviel wir sollten, durften den ganzen Tag spielen, alles war friedlich und mittlerweile weiß ich, dass wir ein Privileg hatten. Und dann hat sich von einem Tag zum anderen alles verändert. Wir kamen alle in einen Zug. Die Älteren von uns wußten wohl, was auf sie zukommt. Einige haben sich gewehrt und wir Kleinen standen daneben, als sie einer Kuh alle Beine gebrochen haben. Sie konnte nicht mehr weitergehen und immer wieder schlugen sie auf sie ein und es hat lange gedauert, bis sie in ihrem eigenen Blut erstickt ist. Wir konnten nichts machen - nur stumm zusehen.

Zwei Tage und Nächte kauerten wir in diesen engen Käfigen auf dem Transport. Es war so viel Weinen zu hören. Manchmal verstummte es, wenn jemand aufgegeben hatte. Dann kamen wir an. Und so, wie wir hineingejagt wurden, schlug man uns in eine neue Heimat.

Zwei Brüder von mir hatten es nicht überlebt. Sie sperrten uns in Ställe, die so klein waren, dass es immer mühsam war, sich überhaupt zu drehen und es scherte sich keiner, wer wir waren und zu wem wir gehörten. Von diesem Tag an habe ich nie wieder die Sonne gesehen, nicht den Mond. Ich habe nie wieder den Duft einer Blume genossen, noch die Stimmen der Vögel gehört.

Es kamen meistens drei Männer, haben wahllos in den Stall gegriffen, die Schweine an den Ohren gepackt, an den Beinen und sie hinausgetragen. Jedesmal haben wir alle zugesehen und uns still verabschiedet. Wenn sich jemand gewehrt hat,, haben sie mit einem großen Hammer auf den Kopf geschlagen, solange, bis sich nichts mehr bewegt hat. Komisch, mit der Zeit haben wir uns daran gewöhnt und waren dankbar für jeden Tag, den man uns gab. Jeder Tag, der eigentlich nichts zu geben hatte. Bloß Warten. Als sie meine Mutter geholt hatten, war es sehr chlimm. Und trotzdem hatte sie noch die Kraft, sich mit einem Blick von uns Überlebenden zu verabschieden. Ich weiß, dass ich meine Mutter wiedersehen werde. Irgendwann, irgendwo; das fühle ich; genauso, wie ich weiß, dass ich nicht mehr lange hier bin.

Brief eines Schweines von Wolfang Edelmayer

Artgerechtere Schweinehaltung

Sind Schweine von Natur aus Kannibalen?

Sicher nicht! Bauernverband - aber auch das Ministerium - sollten daher in Bezug auf die Schweineschwänze erwähnen, dass das Spiel-, Erkundungs- und Bewegungsverhalten der Tiere in den derzeit üblichen Haltungssystemen nicht gestillt werden kann - nur dadurch kommt es zum Schwanzbeißen!

Stroh-Einstreu könnte dem Spielverhalten dienen, weitere Gegenstände - möglichst veränderbare, z. B. auch Rüben oder anderes Futter - würde die Tiere beschäftigen.

Dies täte auch den oft zerstörten Lungen der Tiere gut, denn das ständige Einatmen der Ammoniakgase schädigt sie in den Spaltenboden-Ställen.

Klar muss aber dazu gesagt werden, dass eine solche Haltung eine erhebliche Umstellung bedeutet und Schweinefleisch dann teurer wird.

Fleisch ist fast nirgendwo so billig wie in Deutschland, daher wäre ein Preisaufschlag zu verschmerzen. Doch so eine Maßnahme muss dem Verbraucher und den Bauern gegenüber ehrlich kommuniziert werden - nur dann klappt sie!

Verbraucher sind durchaus bereit, tierfreundliche Haltung zu bezahlen, wie das Ei-Beispiel zeigt. Dort, wo entsprechend gekennzeichnet wird, greifen Verbraucher zur tierfreundlicheren Variante.

Nehmen wir einmal an, Stroh - zumindest auf einem Teil der Fläche - würde zur Pflicht, Vollspalten mit Übergangsregelung verboten, die Trennung von Kot-, Fress- und Liegebereich müsste ermöglicht werden. Was wären die Foglen?

Zunächst einmal weniger Atemwegserkrankungen. Auch Bisse an den kupieren Schwanzstummeln würden seltener vorkommen. Mist verunreinigt Gewässer nicht so stark wie Gülle und Stickstoff wird z. T. durch das Stroh gebunden. Gelenkschäden, Klauenschäden würden ebenfalsl weniger auftreten, denn Stroh entspricht den Klauen mehr als der harte Spaltenboden. Beißereien, aber auch Stress gingen zurück, was sich auch auf die Fleischqualität positiv auswirken würde. Eventuell würden weniger Antibiotika benötigt. Vor allem aber käme man den Bedürfnissen der Tiere entgegen, Auch eine Auslaufhaltung auf der Weide mit transportablen Hütten ist machbar und führt zu gesunden Tieren.

Folge zwei wäre ein Anstieg der Schweinepreise, der mit einer Aufklärungskampagne des Bundes einhergehen müsste - wie damals bei den Eiern. Der Ruf deutschen Schweinefleisches würde steigen - auch im Ausland. Es wäre teurer - aber eben Qualität und nicht nur irgendein Siegel - sondern staatlich kontrolliert.

Sollte das nicht einen Versuch wert sein? Momentan gibt es Überproduktion von Schweinefleisch und Ferkeln zu Dumpingpreisen. Auch mit der derzeitigen Situation sind die Schweienhalter unzufrieden!

Elisabeth Petras                                                                                         
Politischer Arbeitskreis für Tierrechte in Europa (PAKT) e. V. (1. Vors.)
und Initiative Schule und Tierschutz 
Ebeersreye 58
22159 Hamburg
Tel.: 0178-470 20 16
www.paktev.de
Schule und Tierschutz