Igel igel2

Der Tierschutzverein München bietet auf seiner Internetseite eine ganze Menge Infos über den Igel an. https://www.tierschutzverein-muenchen.de/ratgeber-herbst.html

Weitere Infos über Igel

Igel sind dämmerungs- und nachtaktive, insektenfressende Winterschläfer. Erdgeschichtlich gehören sie zu den ältesten noch existierenden Säugetierformen. Sie sind seit dem Tertiär nachgewiesen. Etwas 500.000 Igel werden pro Jahre überfahren, unzählige verwaiste Säuglinge kommen qualvoll um. Agrarwüsten und Monokulturen bieten keine Nahrung und keinen Unterschlupf, noch vorhandene Lebensräume sind oft nicht miteinander vernetzt.

In den Rückzugsgebieten der Igel – den menschlichen Siedlungen mit ihren Gärten, Parks und durchgrünten Randbereichen – drohen ihnen vielfältige Gefahren: Elektrosensen, Rasenmäher, Mistgabeln, steilwandige Gruben, Schächte, Schwimmbäder, Schlagfallen, Giftköder, Beerennetze, Garten- und Brauchtumsfeuer. Pestizide und Kunstdünger vernichten natürliche Nahrungsgrundlagen, Aufräumwut in den Gärten zerstört Nistmöglichkeiten.
 
Unterstützen Sie bei Verbänden, Behörden und Politikern Forderungen nach einer Verbesserung der ökologischen Rahmenbedingungen für den Tier-, Arten- und Biotopschutz sowie für eine umweltverträgliche Landwirtschaft, Ökonomie und Raumordnung.

Bieten Sie in Ihrem Garten, der durchlässig sein sollte, Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie niedriges Buschwerk, Laub- und Reisighaufen für den Igel an, sorgen Sie regelmässig für frisches Trinkwasser. Im Herbst kann Zusatznahrung (z. B. Igeltrockenfutter) für Jungigel eine wichtige Hilfe sein, desgleichen im Frühjahr.

Sichern Sie den Lebensraum für Igel in Ihrem Umfeld: Kein Abbrennen von Reisighaufen ohne vorheriges vorsichtiges Umsetzen; Vorsicht beim Mähen – besonders mit Elektrogeräten - , beim Einsatz von Laubsaugern, sowie bei Aufräumungs- und Rodungsarbeiten (Igelnester!), Abdecken von Kellerschächten, Gruben etc.; vor Baumassnahmen in „igelverdächtigem“ Gelände nach Igeln suchen, Kontrolle von Baugruben, Kabel- und ähnlichen Gräben (auch an Strassen) auf hineingefallene Igel, Rettungsplanken in Teichen bzw. Becken mit steilem, glattem Rand, keine Schlagfallen aufstellen oder Schutznetze gegen Vögel oder bis zum Boden verwenden.

Verwenden Sie statt Umweltchemikalien (wie Spritzmittel, Schneckenkorn und Rattengift) im Garten ökologische Mittel, die für Igel und andere Tiere ungefährlich sind.

Fahren Sie im nächtlichen Strassenverkehr „Igel-bewusst“. Igel sind besonders nach Einbruch der Dunkelheit, nach Mitternacht und vor der Morgendämmerung zu erwarten, vor allem im ländlichen Siedlungsbereich, sowie in der Nähe von Laubwald mit Unterholz, Buschwerk und Hecken. Da der Igel auf der Strasse weitgehend berechenbar ist, genügt meist ein geringfügiger Lenkradausschlag, um ihn nicht zu überfahren, zusammengerollte Igel „zwischen die Reifen nehmen“, falls Bodenfreiheit 15cm.

Igel stehen ganzjährig unter Natur- und Tierschutz. Sie dürfen deshalb grundsätzlich nicht eingesammelt und im Haus gehalten werden oder Kindern als Spielzeug dienen –weder im Freien noch während der Betreuung.

Ausnahmsweise ist ihre vorübergehende Aufnahme zulässig, wenn sie:

> hilfsbedürftig sind (Säuglinge ohne Mutter, Verletzte, offensichtlich Kranke (tagsüber herumlaufend oder herumliegend, apathisch, mager, eingefallene Augen), Igeljunge mit weniger als 500 gr. im Winter).
> artgerecht, fachkundig und medizinisch betreut werden,
> wieder ausgesetzt werden, sobald sie nicht mehr hilfsbedürftig sind und ihre natürliche Nahrungsgrundlage und Nistmöglichkeiten (wieder) gesichert ist.

Jeder Versuch, ohne Vorkenntnisse und Erfahrung Igel zu „retten“, schadet dem Tier und ist gesetzwidrig!