lt. top agrar -online- 09.05.18 

Schwarze Schafe ignorieren wiederholt Tierschutzvorgaben

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Obwohl die Sauenhalter laut dem Bauernverband im Unstrut-Hainich-Kreis zwei gute Jahre hatten, sollen einige Betriebe derart am Tierwohl sparen, dass ihre Tierhaltung gegen die gesetzlichen Vorgaben verstößt. Die Verantwortlichen würden dies mit dem Druck durch niedrige Fleischpreise begründen, berichtet die Thüringer Allgemeine.

Es seien Einzelfälle, die in den Fokus der Öffentlichkeit rückten, so die Zeitung unter Berufung auf das Veterinäramt des Unstrut-Hainich-Kreises weiter. Die Kontrolleure hätten zuletzt bei den immer gleichen Betrieben kranke und abgemagerte Ferkel entdeckt, die nicht behandelt würden. In der Mängelliste tauchten zudem von ihren Artgenossen an- oder aufgefressene Schweine sowie Maden in Futtertrögen auf. Dementsprechend seien die Amtstierärzte bei diesen Landwirten nicht gerne gesehen. Es gehe soweit, dass es Strafanzeigen und persönlichen Anfeindungen gebe, zitiert die Zeitung die Veterinäre.

„Bei einigen wenigen Betrieben hat die Überzeugungsarbeit etwas länger gedauert beziehungsweise muss erzwungen werden“, zitiert das Blatt die Beamten. Dabei könne die Behörde lediglich die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich des Tierschutzgesetzes und der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung durchsetzen. Es gebe also Betriebe, die nicht einmal die gesetzlichen Mindestvorgaben an den Tierschutz erfüllen, heißt es. Ideal wäre dagegen aus Sicht der Veterinäre, wenn die Betriebe deutlich über die Mindestanforderungen gehen, und den Schweinen z.B. Beschäftigungsmaterial  bieten.

Ein großes Problem von Schweinebetrieben ist laut dem Kreis die ordnungsgemäße Behandlung kranker Tiere. Geprüft werde deshalb regelmäßig unangekündigt von den Amtstierärzten, ob kranke Tiere in Krankenbuchten untergebracht werden. Diese müssten eine weiche Unterlage aus Gummi oder Stroh haben, da die Tiere dort besser genesen als auf den harten Spaltenböden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Stallklima. Denn hohe Schadgasgehalte würden Lungenerkrankung und Kannibalismus verursachen, erklärt das Veterinäramt gegenüber der Thüringer Allgemeinen. Ebenso wird der Arzneimitteleinsatz geprüft.

Wie oft die Behördenmitarbeiter Betriebe kontrollieren, hängt von der sogenannten Risikoeinschätzung ab. „Bei einem Großteil reichen unsere personellen Kapazitäten nur für eine einmalige Kontrolle im Jahr, wenn überhaupt“. Bei den „bekannten Problembetrieben“ werde allerdings deutlich häufiger kontrolliert. Spitzenreiter war im vergangenen Jahr eine Anlage mit zwölf Kontrollen.