Quelle. Der Westen vom 16.05.18 - Beitrag von Jana Gilfert

Alleine in Essen gibt es rund 20.000 Streuner:
Darum ist es so wichtig, dass du deine Katze kastrieren lässt

Duisburg. Es war Glück, dass Tanja (30) auf eine streunende Katzenmama samt ihren gerade einmal ein Wochen alten Nachwuchs aufmerksam wurde. Normalerweise pflegt die Duisburgerin Eichhörnchen – und trotzdem: sie fing die Katzen-Bande ein und kümmert sich seitdem um sie. Die Kleinen sollen bald in liebevolle Hände weitergegeben werden, die Mama wird kastriert. Damit sich so eine Situation nicht noch einmal wiederholt.

Bundesweit rund 2 Millionen Tiere

Doch es hätte auch anders kommen können: Da viele wildlebende Katzen durch Krankheiten und Hunger gezeichnet sind, hätten die Babys eventuell nicht richtig von der Mutter versorgt werden können. Wenn doch, dann wären sie selbst auf der Straße groß geworden – und hätten sich dann ebenfalls wieder vermehrt.

Genau das ist schon seit Längerem ein Problem: Bundesweit geht der Tierschutzbund von rund 2 Millionen Streunern aus. In Ballungsgebieten wie dem Ruhrgebiet sind Schätzungen besonders schwierig: Allein in Essen sollen laut dem Essener Katzenschutzbund 20.000, in Bochum um die 10.000 wild lebende Katzen rumtigern.

„ Jeder zweite oder dritte Haushalt hat eine Katze – sie ist das beliebteste Haustier, noch vor dem Hund“, erklärt Birgit Königs, die Sprecherin des Naturschutzbundes NRW (NABU). Und viele seien davon eben Freigänger. Ohne eine Kastration vermehren sich diese natürlich wieder – ob nun mit einem Freigänger oder Streuner.