Kölnische Rundschau 2018-04.128

Hilft gegen Streuner
Das müssen Katzen-Halter zum Thema Kastration wissen

2018 04 12 hilft gegen streuner kastration

Sind Katzen nicht kastriert, haben sie einen größeren Bewegungsradius. Das erhöht die Gefahr von Verletzungen.

Foto: dpa

Überall in Deutschland sind Streunerkatzen unterwegs, laut Welttiergesellschaft zwei Millionen Tiere. Das Problem verschärft sich, wenn nicht kastrierte Hauskatzen und Streuner sich paaren, und es neue Streuner gibt. Allein in Köln 20 000 Katzen leben in freier Wildbahn. Nach mehr als acht Jahren hat die Stadt Katzenschutzverordnung beschlossen. Seit Mittwoch gilt: Wer seine Katzen nicht ausschließlich in der Wohnung hält, muss diese kastrieren lassen. Halter tun gut daran, ihr Tier so früh wie möglich kastrieren zu lassen, sagt Daniela Schrudde von der Welttierschutzgesellschaft in Berlin.

Wann lassen Halter ihr Tier am besten kastrieren?

Ab vier Monaten ist ein guter Zeitpunkt für die Operation, sagt Schrudde. Das sei in der Regel vor der ersten Rolligkeit. Das Problem bei nicht kastrierten Katzen: Sie haben einen größeren Radius und entfernen sich weiter vom Zuhause als kastrierte Tiere. So sind sie auch an stark befahrenen Straßen unterwegs und haben ein größeres Verletzungsrisiko.

Hauskatzen muss man nicht kastrieren lassen?

„Das ist Abwägungssache“, sagt Schrudde. Wer eine alte, kranke Katze zu Hause hat, die sehr träge ist, muss sie nicht unbedingt kastrieren lassen. Bei gesunden Tieren besteht aber immer das Risiko, dass die Katze doch mal entwischt. Das kann passieren, wenn der Halter im Urlaub ist und jemand anderes auf die Katze aufpasst, der sie nicht so gut kennt.

Kastration oder Sterilisation?

Es handelt sich dabei um völlig unterschiedliche Operationen. Bei der Sterilisation durchtrennt der Arzt den Tieren nur die Ei- beziehungsweise Samenleiter. Die Hormonproduktion läuft also weiter. Bei der Kastration werden die hormonbildenden Geschlechtsdrüsen komplett entfernt – bei der Katze sind das die Eierstöcke, manchmal auch die Gebärmutter, bei Katern die Hoden.

Welche Nachteile hat der Eingriff?

Manche Katzen legen nach der OP an Gewicht zu – weil sie weniger stromern und oft bequemer sind.

Wie viel kostet eine Kastration?

Das hängt immer davon ab, welchen Satz der Tierarzt nach der Gebührenordnung abrechnet. Als groben Richtwert müssen Halter bei Katern Kosten bis 85 Euro einkalkulieren, bei Katzen sind es in etwa um die 140 Euro, da der Eingriff komplizierter ist. (dpa)