Katzen und Nikotin katzen nikotin

Nicht nur für Menschen ist der blaue Dunst gefährlich, sondern gerade auch Katzen erkranken in Raucherhaushalten überdurchschnittlich oft an diversen Krebsarten.

Tod durch „blauen Dunst“  

Nicht nur Menschen, auch Haustiere sind durch Passivrauchen gefährdet. Katzen mit qualmenden Herrchen erkranken, so eine US-Studie, bis zu viermal häufiger an Lymphknotenkrebs als Stubentiger, die mit Nichtrauchern zusammenleben. Die Tiere werden zu Opfern der Nikotinleidenschaft ihrer Besitzer. Auch bei Katzen erhöht Passivrauchen die Krebsgefahr. Die Rauchbelastung kann, je nach Stärke, das Risiko für eine bestimmte Form von Lymphknotenkrebs bis auf das Vierfache steigern, fanden Veterinärmediziner von zwei renommierten US-Hochschulen heraus, der Tufts University School of Veterinary Medicine in North Grafton und der University of Massachusetts in Amherst. Ihre Forschungsergebnisse publizierten die Wissenschaftler kürzlich in der Fachzeitschrift „Amercian Journal of Epidemiology“.  

Die Studie, für die 180 Katzen untersucht und ihre Besitzer befragt wurden, bietet den Wissenschaftlern zufolge ausreichende Gründe, um auch einen möglichen Zusammenhang zwischen Passivrauchen und dem sogenannten Non-Hodgkin-Lymphon beim Menschen zu untersuchen. Dieser Krebs sei dem bei den Katzen diagnostizierten Lymphknotenkrebs sehr ähnlich.  

Bei Katzen in Haushalten mit einem Raucher verdoppelt sich das Lymphom-Risiko, berichten die Wissenschaftler um Antony Moore von der Tufts University School of Veterinary Medicine. Das Zusammenleben mit zwei Rauchern erhöhte die Gefahr sogar auf mehr als das Vierfache. Im Mittel war das Risiko für Katzen aus Raucher-Haushalten 2,4mal so hoch wie das von Artgenossen mit einem rauchfreien Zuhause.  

In der Studie hatten die Wissenschaftler zum einen Katzen aufgenommen, die zwischen 1993 und 2000 an der Tierklinik der Tufts University wegen bösartiger Lymphone behandelt worden waren. Als Kontrollgruppe dienten Tiere mit einer Nierenkrankheit. Nach Angaben der Hochschule handelt es sich um eine erste Untersuchung dieser Art.   

Anders als der passivrauchende Mensch hat die Katze noch ein weiteres Problem: Die Stubentiger nehmen den Zigarettenrauch nicht nur über die Lunge auf, sondern auch bei der Fellpflege, wenn die Rauchpartikel von ihrem Fell lecken. Die relativ häufig vorkommenden Lymphone führen bei drei Viertel aller Tiere innerhalb eines Jahres zum Tod. Bislang waren Forscher davon ausgegangen, das die Hauptursache für die Krebserkrankung das sogenannte feline Leukämievirus ist.  

Die Belastung durch das Passivrauchen kann also zu den mit am häufigsten vorkommenden Todesursachen der Vierbeiner gezählt werden. Vielleicht dient diese Erkenntnis ja so manchem katzenhaltenden Raucher, der es einfach nicht lassen kann, als zusätzliches Argument, endlich mit der Qualmerei aufzuhören.  

(geschrieben von Holger Elfes in der Zeitschrift „Our Cats“ 9/2002)   

Der gesamte Artikel zu diesem Thema erschien 2002 in englischer Sprache im „American Journal of Epidemiology“ .