aus Newsletter vom 18.09.20 - "Jan Peifer - Deutsches Tierschutzbüro e.V." <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Dt. Tierschutzbüro: 40 Jahre Jan Peifer - Ein Leben für die Tiere

18. September 2020
Liebe Tierfreund*innen,

heute habe ich ein Jubiläum mit Dir zu feiern: Ich werde 40 Jahre alt und setze mich nun schon seit über 20 Jahren für die Tiere ein.
Mit 18 Jahren habe ich mich zum ersten Mal nachts in Mastanlagen und Pelzfarmen geschlichen, um zu dokumentieren, wie die Tiere gehalten werden. Ich bin der Meinung, ein Bild sagt mehr als tausend Worte und darum habe ich in den letzten 20 Jahren in mehreren hundert Nutztierbetrieben Tierquälerei dokumentiert. Während mein Team und ich stets nach vorne schauen, um für eine bessere Zukunft für die Tiere zu kämpfen, nehme ich meinen diesjährigen 40. Geburtstag zum Anlass, um noch einmal zu reflektieren, was uns ausmacht.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist und bleibt derselbe: Wir arbeiten gegen Tierqual und dafür, dass Tiere frei von Leid leben dürfen. Keines von ihnen hat es verdient in engen Käfigen und stickigen,überfüllten Mast- und Zuchtanlagen gefangen gehalten zu werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Tiere in der Nahrungsmittel- oder Pelzindustrie handelt, denn alle Tiere wollen leben.

Eine der bekanntesten Aufdeckungen in den letzten Jahren war sicherlich unsere Recherche zum SchweinehochhausWir möchten mit unseren Recherchen und Kampagnen die Verbraucher*innen aufwecken und aufzeigen, wie Tiere wirklich in Deutschland gehalten werden. Denn die Verpackungen im Supermarkt mit ihren schönen Fotos und Siegeln suggerieren eine heile Welt. Dort sind grüne Wiesen und glückliche Tiere zu sehen, doch die Realität sieht leider ganz anders aus. Unser Ziel ist es, dass die Verbraucher*innen ihr Konsumverhalten überdenken und ändern.

Oft werde ich gefragt, wie ich das Leid, was ich jeden Tag sehe, überhaupt ertragen kann. Es ist in der Tat nicht einfach, wenn man wie ich ständig leidende, verletzte, sterbende und tote Tiere sieht. Vor allem regt mich auf, wenn Politiker*innen und Fleisch- Lobbyist*innen mal wieder vom bedauerlichen Einzelfall sprechen. Die meiste Tierquälerei entsteht durch das System der Tierhaltung, der Massentierhaltung. Ich selbst kann dieses Elend nur dadurch ertragen, dass ich weiß, dass ich für diese System nicht verantwortlich bin und es nicht unterstütze. Ich esse keine Tiere und keine anderen tierischen Produkte und darum kann ich nichts dafür, dass die Tiere so gehalten werden. Ich kann nur empfehlen, sich vegan zu ernähren. Denn es gibt keine effektivere Möglichkeit den Tieren zu helfen. Kein Tier geht freiwillig in einen Schlachthof, alle Tiere wollen leben.

Durch unsere Aufdeckungen wurden bereits Mastanlagen, Schlachthöfe und Pelzfarmen geschlossen, wir sind regelmäßig in großen TV-Formaten präsent und wir haben schon mehrfach große Lebensmittelkonzerne in die Enge getrieben. Unsere Arbeit birgt Gefahren, denn unsere Gegner*innen wollen nicht, dass all diese grausamen Tierquälereien an die Öffentlichkeit gelangen. Ich bin schon hunderte Mal angezeigt worden und selbst der Staatsschutz hat ein halbes Jahr gegen mich ermittelt. Immer wieder dasselbe Fazit: Freispruch. Auch körperliche Drohungen und sogar Angriffe gegen mich und uns sind leider keine Seltenheit.

Ich möchte Dir heute persönlich und im Namen meines Teams danken. Ohne Deine moralische und finanzielle Unterstützung wäre es uns nicht möglich, diese schwierige Arbeit so effektiv zu machen. Der Kampf für Tierrechte ist zu meinem Leben geworden und definiert längst meinen Alltag.

Um mit Dir zurückzublicken, haben wir ein Video gemacht, das unsere Arbeit der letzten Jahren noch einmal zusammenfasst, schau es Dir jetzt an!

Wer mich und das Deutsche Tierschutzbüro kennt, der weiß: Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir kämpfen weiter für mehr Tierrechte und die Freiheit aller Tiere. Bitte unterstütze jetzt unsere Arbeit und werde ein Teil von uns!