aus Newsletter vom 14.08.20 "Animals' Angels e. V." <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Animals´Angels: Keine Hitzetransporte in Deutschland? Wir schauen nach!

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„Wenn es zu heiß ist, gilt ganz klar: Kein Tiertransport, das verstößt sonst eindeutig gegen das Tierwohl“, so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vor etwas mehr als einem Jahr. Nun, in Deutschland sind die Temperaturen seit letzter Woche wieder stark gestiegen. Da haben wir natürlich nachgesehen, wie ernst die Transportbranche und die Ämter die Hitzewarnungen nehmen. Und tatsächlich: Die meisten Transporte fuhren in den kühleren Abend- und Nachtstunden. Das ist gut, denn so wurde diesen Tieren wenigstens die größte Mittagshitze erspart. 

Aber eben leider nicht allen, denn…
… wir haben einige Transporte gefunden, die genau zur heißesten Tageszeit unterwegs waren. Die Tiere an Bord waren immer Schweine oder Hühner auf ihrem letzten Weg zum Schlachthof. Gerade diese Tiere sind besonders empfindlich gegenüber Hitze, da sie nicht schwitzen können.

So wie Carla.
Wir fanden sie mit vielen anderen Schweinen auf einem Transport, der zu einem der großen Schlachtbetriebe in Niedersachsen fuhr. Schlimm genug, dass der Transport trotz hoher Temperaturen tagsüber stattfand. Doch der Lkw parkte auch noch genau zur Mittagszeit über zwei Stunden in der prallen Sonne auf dem Betriebsgelände der Transportfirma – mit den Tieren an Bord. Warum? Keine Ahnung! Es wurden dort keine Tiere auf- oder abgeladen. Der Stopp war für uns völlig unerklärlich.

Nach weiteren eineinhalb Stunden Transportzeit konnten wir am Schlachthof endlich die Tiere sehen. Die Schweine waren erschöpft. Sie atmeten schnell, manche hechelten mit offenem Mund oder hatten Schaum davor. So wie Carla. Sie blickte uns mit müden Augen an und hielt ihren Rüssel an die Gitterstäbe gedrückt – wahrscheinlich um mehr Frischluft zu bekommen. Leider zeigt dieser Transport wieder einmal, wie ignorant und rücksichtslos mit den Tieren und ihren Bedürfnissen umgegangen wird!

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Hitzetransporte - auch die Schlachtbetriebe sind mitverantwortlich!
Transporteure, die Tiere bei Hitze transportieren, gehören zur Verantwortung gezogen – genauso wie die Schlachtbetriebe, die die Anlieferung der Tiere nicht auf die kühleren Abend-, Nacht- oder Morgenstunden verlegen. Wie wir letzte Woche erneut feststellen mussten, stellen manche Schlachtbetriebe nicht einmal Schattenplätze für die wartenden Lkw zur Verfügung. Diese Hitzetransporte müssen endlich ein Ende haben! Dafür setzen wir uns in Deutschland und der EU ein. Unser aktueller Einsatz in Deutschland lieferte uns dafür wichtige Beweise.

Danke, dass Sie uns dabei helfen – denn ohne Ihre Unterstützung könnten wir nicht bei Carla und den anderen Tieren sein.

Herzliche Grüße
Ihre Helena Bauer

PS: Auf unserer Webseite finden Sie weitere Informationen zu unserer Kampagne gegen die Tiertransporte bei Hitze.