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Aus Newsletter vom 15.01.21 von : "Menschen für Tierrechte" <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!;

Notwendiger denn je: Jetzt Agrar- und Ernährungswende einleiten

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­ Newsletter Nr. 01/21 vom 15. Januar 2021 ­
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­ Inhalt
  • Notwendiger denn je: Jetzt Agrar- und Ernährungswende einleiten
  • Corona: Fleischverzicht wird zum Trend
  • Mitmachen: Veganuary
  • Tierleid durch Corona?
  • Saarland: Gravierende Tierschutzverstöße bestätigt
  • Bundesjagdgesetz: Bündnis kritisiert geplante Tierschutz-Verschlechterungen
  • Petitionsausschuss Tierversuche
  • Baden-Württemberg: Verbandsklage gegen Affenversuche
  • Brief an EU-Kommission: Pelzfarmen abschaffen
  • Fünf Minuten für Haie
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Liebe Leserinnen und Leser,

Anlässlich der nächste Woche beginnenden weltgrößten Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“ fordert der Bundesverband Menschen für Tierrechte eine Agrarwende weg von der industriellen Tierhaltung, hin zu zukunftsfähigen Ernährungs- und Landbaukonzepten. In Anbetracht der existentiellen Bedrohung durch die Corona-Pandemie und des Klimawandels muss sich die Bundesregierung im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) endlich dafür einsetzen, die Agrarsubventionen im Sinne von mehr Tier-, Umwelt und Klimaschutz umzustrukturieren.
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Wie wichtig eine Agrarwende ist, zeigte sich diese Woche auch an dem drastischen Appell der Trinkwasserversorger, in dem sie ein sofortiges Umsteuern in der GAP fordern. Um langfristig sauberes Trinkwasser zu sichern, müsste u.a. die ökologische Landwirtschaft gefördert werden, statt wie bisher Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit.
Insgesamt 365 Milliarden Euro Subventionen verteilt die EU in der Förderperiode 2021 bis 2027 an die europäische Landwirtschaft. In den kommenden Monaten werden die Details dazu verhandelt und noch besteht die Chance, die EU-Landwirtschaftssubventionen anders zu strukturieren. Der Bundesverband fordert, dass die Vergabe von Fördergeldern über die zweite Säule zwingend an Maßnahmen für mehr Tier-, Umwelt- und Klimaschutz gekoppelt wird.
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Corona: Fleischverzicht wird zum Trend
Die VerbraucherInnen setzen derweil Zeichen: Die Corona-Pandemie hat zu einer deutlichen Veränderung des Konsumverhaltens geführt. Eine aktuelle Studie des US-Konzerns ADM ergab, dass 56 Prozent der Verbraucher weltweit vermehrt Lebensmittel und Getränke auf pflanzlicher statt tierischer Basis konsumieren. Allein in Deutschland wurden im ersten Quartal 2020 knapp 40 Prozent mehr Fleischersatzprodukte verkauft als im Vorjahr.
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Der Wursthersteller Rügenwalder Mühle machte im vergangenen Jahr erstmals mehr Umsatz mit veganen und vegetarischen Fleischalternativen als mit Fleischprodukten. Multinationale Konzerne wie Nestlé, Danone und Unilever investieren hohe Summen in tierfreie Trendprodukte wie Nuggets, Burger oder pflanzliche Joghurts. Mehr dazu lesen Sie im aktuellen Fleischatlas und im Handelsblatt.
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Mitmachen: Veganuary
Passend zum Thema startet das neue Jahr mit dem Veganuary 2021 und dem Neujahrsvorsatz, im Januar eine vegane Ernährung auszuprobieren. Zahlreiche Unternehmen beteiligen sich an dem Aktionsmonat mit Angeboten und Aktionen.
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Der Veganuary ist die größte vegane Bewegung der Welt und inspiriert Menschen dazu, im Januar und im Rest des Jahres eine vegane Ernährung auszuprobieren. Über 440.000 Menschen haben sich weltweit registriert. Hier können Sie sich kostenfrei anmelden und so online beim Einstieg Unterstützung erhalten. Viel Spaß!
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Tierleid durch Corona?
Aktuelles Bildmaterial aus mehreren Schweinemastbetrieben in Norddeutschland zeigt verletzte Schweine. Dicht gedrängt stehen sie völlig verdreckt in dunklen Buchten. Mit den Aufnahmen konfrontiert erklären mehrere Landwirte: Schuld an den Missständen sei die Corona-Krise. Dadurch sei ein „Schweinestau“ entstanden und würde es im Stall eng, weil die Schweine zu schwer würden.
Doch auch Deutschlands oberster Schlachthofveterinär glaubt nicht daran, dass nur die Corona-Krise verantwortlich für die Situation ist. Er sieht generelle Probleme in der konventionellen Schweinemast. Eine wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass 92 Prozent der Tiere Liegeschäden auf den Spaltenböden bekommen. Das seien Straftatbestände, die nicht zu tolerieren seien. In Deutschland würden von den rund 50 Millionen Schweinen, die pro Jahr hierzulande gemästet werden, mehr als 90 Prozent rechtswidrig gehalten, das sind mehr als 40 Millionen Tiere.
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Sogar der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Jochen Borchert (CDU) glaubt, dass die jetzige Art der Schweinehaltung nicht dem Tierschutzgesetz entspricht. Landwirtschaftsministerin Klöckner hat schon vor Monaten rechtliche Verbesserungen angekündigt – konkrete Maßnahmen gibt es bislang nicht. Die ausführlichen Berichte zu den Recherchen finden Sie bei: REPORT MAINZ.
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Tierschutz-Skandal im Saarland: Gravierende Verstöße in bestätigt
Schon fast zwei Jahre dauert der Rechtsstreit um die umstrittene „Schwanenstation“ in Perl, der sich zwischenzeitlich zu einem juristischen Skandal auswuchs. Die aktuellen schriftlichen Aussagen der Kronzeugin bestätigen die tierschutz- und rechtswidrigen Zustände in der „Schwanenstation“ und belasten den Leiter Lothar Lorig schwer.
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Sie berichtet unter anderem von unsachgemäßen medizinischen Behandlungen und Experimenten, die teilweise mit dem Tod der Tiere endeten. Die neuen Erkenntnisse bestätigen die Klage der Tierbefreiungsoffensive Saar (TiBOS e.V.). Diese hatte 2019 die erste saarländische Tierschutzverbandklage gegen die Erteilung der Betriebserlaubnis für die Schwanenstation auf den Weg gebracht – absolut berechtigt, wie die Zeugenaussage jetzt belegt. Mehr dazu auf: tierrechte.de.
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Bundesjagdgesetz: Bündnis kritisiert geplante Tierschutz-Verschlechterungen
Der Bundesverband, als Teil eines Bündnisses von Tier- und Naturschutzorganisationen, lehnt den vorliegenden Entwurf zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes ab. Aus Sicht der Verbände ist der Entwurf in vielen Punkten tierschutz- und wildtierfeindlich. Das geht aus einer gemeinsamen Stellungnahme von insgesamt 28 Tier- und Naturschutzorganisationen hervor, die heute den zuständigen Ministerien und Fachausschüssen zugestellt wurde. Ziel ist es, der von Forst- und Jagdinteressen dominierten Novelle des Bundesjagdgesetzes ein starkes Bündnis gegen die schleichende Aufweichung des Tierschutzes im Jagdrecht entgegenzusetzen.
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Foto: pixelio/Wandersmann
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Denn nach wie vor fehlt im Bundesjagdgesetz beispielsweise eine klare und eindeutige Regelung dahingehend, dass ein „vernünftiger Grund“ für das Töten von Tieren im Rahmen der Jagd zwingend erforderlich ist. Hier lesen Sie die Pressemitteilung sowie die Stellungnahme.
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Petitionsausschuss für mehr tierversuchsfreie Verfahren
Der Petitionsausschuss hat diese Woche dafür plädiert, Ersatzmethoden für Tierversuche weiter zu erforschen und anzuwenden. Die Beschlussempfehlung an den Bundestag fordert die Überarbeitung der Regelungen zu Tierversuchen an das Bundeslandwirtschaftsministerium zu überweisen „soweit die Petition dazu geeignet ist, die intensiven Bemühungen zur Erforschung und Anwendung von Ersatzmethoden für Tierversuche zu unterstützen“.
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Foto: iStock/artisteer
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Leider trifft der Petitionsausschuss keine Entscheidung. Dennoch ist die Weiterleitung der Petition ein Achtungserfolg. Linke und Grüne hatten für das höhere Überweisungsvotum „zur Berücksichtigung“ ohne die erwähnte Einschränkung votiert. Die Beschlussempfehlung beinhaltet im Grunde das, was Tierrechts- und Tierschutzverbände schon lange fordern:

- Die Genehmigungsbehörden brauchen ein umfassendes Prüfrecht
- schwer belastende Tierversuche sollen verboten werden
- Tierversuche zu Bildungszwecken sollten der Genehmigungspflicht unterliegen
- neu ist, dass explizit erwähnt wird, dass die Verfahren auch angewandt werden sollen

Wie der Petitionsausschuss weiter schreibt, ist es der Bundesregierung ein großes Anliegen, „Tierversuche möglichst schnell durch Alternativmethoden zu ersetzen und die Anzahl verwendeter Versuchstiere zu reduzieren“. Die Beispiele die (immer wieder) genannt werden, sind jedoch nicht annährend ausreichend, um dieses Ziel zu erreichen. Bisher handelt es sich um eine unstrukturierte Förderung nach dem Gießkannenprinzip. Oft landen die neuen tierfreien Verfahren dann in der Schublade, statt Tierversuche abzulösen, weil sie die lange Durststrecke bis zur Anerkennung bei den (internationalen) Regulationsbehörden nicht überstehen. Deswegen setzt sich der Bundesverband zusammen mit einem Bündnis für einen Masterplan für den Ausstieg aus dem Tierversuch ein.
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Baden-Württemberg: Verbandsklage gegen Affenversuche
Der BMT Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. (bmt) hat Klage gegen in Baden-Württemberg genehmigte Hirnforschungsexperimente an Primaten beim zuständigen Verwaltungsgericht eingereicht. Diese Klage ist damit bundesweit die erste gerichtliche Einwendung im Rahmen des Tierschutzverbandsklagerechtes gegen einen Tierversuch dieser Art. Hintergrund der Klage ist, dass nach Auffassung des bmt im konkreten Fall nicht nur der Belastungsgrad für die im Versuch verwendeten Primaten zu niedrig eingestuft wurde, sondern auch in unzulässiger Weise Zwangsmethoden an den Tieren erlaubt wurden, die mit erheblichem Leiden für die Tiere verbunden waren. Mehr dazu hier.
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Brief an EU-Kommission: Pelzfarmen abschaffen
In mehreren europäischen Ländern wurden im Zuge der Coronakrise Millionen von Nerzen in Pelztierzuchten getötet. Das Coronavirus konnte sich unter den Tieren verbeiten und verändern und auch auf den Menschen übergehen. In den Niederlanden hat diese Massenschlachtung von Tieren zu einem Ende von Nerzfarmen geführt. Länder wie Dänemark hingegen scheinen nichts aus der Tragödie zu lernen und machen sich nun daran, Impfstoffe für die Tiere zu entwickeln, anstatt endlich aus der Pelztierzucht auszusteigen.
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Dabei ist es mittlerweile unbestreitbar, dass die Zucht von Tieren für die Pelzindustrie nicht nur ethisch eine absolute Grausamkeit ist, sondern auch eine akute Gefahr für Mensch und Tier darstellt. In einem gemeinsamen Brief richteten sich knapp 50 Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen, inklusive dem Bundesverband, an die Europäische Kommission mit dem Aufruf, die Zucht von Nerzen EU-weit zu verbieten und die Mitgleidsstaaten aufzufordern, Ausstiegspläne für die Pelzzucht auf den Weg zu bringen und die Pelzproduktion schlussendlich zu verbieten.
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Fünf Minuten für Haie
Haben Sie 5 Minuten Zeit um das Leben vieler Haie zu retten? Dann können Sie hier die EU Bürgerinitiative „Stop Finning – Stop the Trade“ unterzeichnen. Die EU hat die fangstärkste Haifang-Flotte weltweit und gehört zu den größten Exporteuren von Haiflossen nach Südostasien.
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Dieses brutale und hoch profitable Geschäft hat einige Haiarten bereits an den Rand des Aussterbens gebracht. Mit Ihrer Unterschrift unterstützen Sie die Forderung, den Handel mit losen Haiflossen in der EU zu beenden. Dies soll den Handel unprofitabel machen und so das Leben von Millionen von Haien retten. Haie sind für ein gesundes marines Ökosystem unverzichtbar. Mehr Infos zu der Innitiative finden Sie unter www.stop-finning.eu.

 
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