Quelle: Neue Presse vom 14.05.18

Designer-Möbel für Stubentiger in Hannover

Am 11. Juni 2018 eröffnet Stylecats, Deutschlands erstes Möbelhaus für Katzen, in der Marienstraße 32. Die rund 200 Quadratmeter großen und frisch sanierten Räumlichkeiten dienen als Ausstellungsfläche für den gleichnamigen Onlinehandel. NP-Mitarbeiterin Janina Scheer hat mit den Inhabern Anja Staege-Tyhlmann und Carsten Thylmann über deren Konzept, Katzen und Kratzbäume gesprochen.

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Wie kamen Sie auf die Idee, Katzenmöbel zu entwerfen?

Anja Staege-Thylmann: Wir sind seit 2008 Katzenbesitzer. Ich habe die beiden damals aus dem Tierheim geholt. Natürlich haben sie auch einen Kratzbaum bekommen. Es war ein vergleichsweise schlichtes Modell. Trotzdem hat es das Ambiente der Wohnung völlig zerstört. Ich habe mich echt für das Ding geschämt. 

Carsten Thylmann: Diese „Fellmonster“ haben uns überhaupt nicht gefallen. Ich habe erst mal einen Prototyp für einen Kratzbaum gebaut. Darauf haben wir immer weiter aufgebaut und direkt fünf Produktlinien kreiert. Von der Idee bis zur Marktreife unserer Produkte hat es etwa zwei Jahre gedauert.

Wie unterscheiden sich Ihre Produkte von den typischen „Fellmonstern“? 

Carsten Thylmann: Wir sind Entwickler, Designer, Hersteller und Vertreiber der Stylecats-Produkte. Alle werden vollständig in Deutschland hergestellt. Die Möbel lassen sich wunderbar integrieren und sollen im Gesamtbild gar nicht auffallen. Uns geht es um Geradlinigkeit und Reduktion. Weniger ist in diesem Fall mehr. Außerdem legen wir Wert auf austauschbare Elemente. Katzen können mehr als 20 Jahre alt werden. Ein herkömmlicher Kratzbaum hält maximal zwei Jahre. Das geht ins Geld. Bei unseren Katzenmöbeln sind deshalb alle Einzelteile ersetzbar.

Kann man den Kratzbaum nicht einfach in einer Ecke hinter einer Zimmertür verstecken?

Anja Staege-Thylmann: Nein. Die Katzen würden ihn dann nicht annehmen. Er muss zentral positioniert werden. Eine Katze ist in der Regel bei ihren Menschen. Ein Kratzbaum in der hintersten Ecke des Schlafzimmers interessiert die Katze nicht.

Was gehört für Katzenbesitzer zur Grundausstattung?

Anja Staege-Thylmann: Für eine Hauskatze ist eine Toilette wichtig. Man sagt, man soll immer eine Toilette mehr haben als Katzen. Sie machen ihr Geschäft nämlich gern an unterschiedlichen Orten. Einen Napf braucht man nicht unbedingt, ein Teller reicht auch. Beim Rest kommt es wirklich auf die Katze an. Die eine mag den Filzball, die andere lässt das völlig kalt. Es ist ein bisschen wie bei Menschen. Wir haben ja auch unterschiedliche Vorlieben und Interessen.
Carsten Thylmann: Katzenbesitzer können meist ganz gut einschätzen, was ihre Katze wirklich benötigt.

Wie wichtig ist ein Kratzbaum?

Anja Staege-Thylmann: Er kann verhindern, dass die Katze Tapete und Möbel zerkratzt. Unsere haben das zum Glück nie gemacht. Auch das ist Typsache. An einem Kratzbaum hinterlässt die Katze aber auch Duftstoffe, um ihr Revier zu markieren. Die Optik des Kratzbaums ist der Katze völlig egal. Funktionalität und Standort sind wichtig. Etwa zehn Prozent aller Katzen brauchen tatsächlich überhaupt keinen Kratzbaum.

Ändern sich die Bedürfnisse einer Katze, wenn sie älter wird?

Anja Staege-Thylmann: Katzen haben im jungen Alter eine enorme Sprungkraft. Im Alter können sie Gicht oder Arthrose bekommen. Dann ist ein Kratzbaum mit niedrigeren Aufstiegsmöglichkeiten sinnvoll. Bei unseren Senior-Modellen ist der Einstieg dann nicht bei 70, sondern bei 35 Zentimetern.

Fehlt einer Hauskatze nicht der Auslauf?

Anja Staege-Thylmann: Mit einer Hauskatze muss man sich wirklich beschäftigen. Am besten eine halbe bis eine Stunde pro Tag. Die Entscheidung, die Katze nach draußen zu lassen, muss gut überlegt sein. Die Katze verändert sich, wird wilder. Sie schleppt Dreck und Zecken ins Haus. Auch die Tollwut-Impfung ist wichtig. Wenn man eine Katze einmal hinausgelassen hat, kann man sie nie wieder als reine Hauskatze halten.

Carsten Thylmann: Dass Katzen überfahren werden, passiert wirklich ständig. Oder sie kommt nach einem Kampf mit tiefen Wunden nach Hause. Diese Risiken muss man sich bewusst machen.

Sollte man Katzen allein halten oder lieber zu zweit?

Anja Staege-Thylmann: Wer den ganzen Tag zu Hause ist, kann auch eine einzelne Katze halten. Ansonsten sollte man zwei Katzen nehmen. Ideal ist es, wenn die Katzen Geschwister sind.

Ist denn eine Katze auch für Familien mit kleinen Kindern geeignet?

Anja Staege-Thylmann: Es kann schwierig sein. Katzen können eifersüchtig reagieren, wenn zum Beispiel plötzlich ein Baby da ist. Sie stehen dann nicht mehr im Mittelpunkt. Außerdem haben Kinder noch eingeschränkte motorische Fähigkeiten. Ein Streicheln kann da schnell zum leichten Klaps werden. Ich habe schon häufig erlebt, dass Familien mit Nachwuchs ihre Katze abgeben mussten.

Wie lange kann man Katzen denn ohne schlechtes Gewissen allein zu Hause lassen?

Anja Staege-Thylmann: Man kann eine Katze ruhig schon mal eine Nacht allein lassen. Ab zwei Nächten wird es kritisch.

Wie viel Platz benötigt eine Katze?

Carsten Thylmann: Eine Ein-Zimmer-Wohnung ist etwas wenig. Aber in erster Linie geht es um die Beschäftigung mit der Katze.

Anja Staege-Thylmann: Die Katze darf sich beim gemeinsamen Spielen wirklich auspowern. Wenn sie noch klein sind, spielen sie auch viel allein. Das wird weniger, je älter sie werden, ganz allein spielen sie dann eigentlich nicht mehr.

Kann man Katzen auch Tricks beibringen?

Anja Staege-Thylmann: Definitiv. Sie reagieren zum Beispiel auf Klickgeräusche und man kann ihnen auch beibringen, auf ihren Namen zu hören.

Die Katze ist das beliebteste Haustier der Deutschen. Was macht das Leben mit Katzen so toll?

Anja Staege-Thylmann: Einsamkeit ist oft ein Thema. Viele Menschen, die allein sind, holen sich eine Katze ins Haus.

Carsten Thylmann: In Westeuropa spielen Haustiere generell eine wichtige Rolle. Nicht nur bei Singles, auch in Familien. In Großstädten sind wir zudem mit einem Verlust der Natur konfrontiert. Tiere bieten da einen idealen Anknüpfungspunkt. Katzen sind empfindsam und intelligent. Es sind absolut bemerkenswerte Tiere.

Quelle: Saarbrücker Zeitung vom 13.05.18

Wann Kinder Katzen besser meiden

Berlin. (dpa)
Sind Kinder noch sehr klein oder haben eine Immunschwäche, sollten sie besonders vorsichtig im Umgang mit Katzen sein. Denn streunende oder flohbefallene Tiere können beim Beißen, Kratzen oder Ablecken einer verletzten Hautstelle die Katzenkratzkrankheit (KKK) übertragen. Der Erreger der Krankheit ist das Bartonella-Bakterium, das vor allem junge Katzen häufig in sich tragen. Bei einer Immunschwäche kann die Krankheit zu einer Blutvergiftung oder Blutungen führen, warnt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Als erstes Anzeichen einer Infektion entwickelt sich meist nach drei bis 14 Tagen an der Biss- oder Kratzstelle eine Pustel. Innerhalb einiger Wochen schwellen dann Lymphknoten an, manche Kinder bekommen Fieber und fühlen sich matt.

lt. Cat-News vom 09.05.18

Katze gefährlich für Baby?

Diesen 5 Ammenmärchen darfst du keinen Glauben schenken!

Entgegen des allgemeinen Volksglaubens hegen Katzen gegenüber neugeborenen Babys keine feindlichen Gefühle. Gerade im Internet gibt es jedoch zahlreiche Geschichten, die gegen ein harmonisches Zusammensein von Babys und Katzen sprechen. Wer jedoch genauer hinschaut, findet mindestens ebenso viele Berichte die zeigen, dass das sehr wohl geht! Gerade in Sachen soziale Kompetenzen können Katzen kleinen Kindern sogar eine Menge beibringen.

Hunde genießen das Zusammensein mit Menschen viel stärker als Katzen, sagt man. Katzenexperten haben diese Behauptung jedoch längst widerlegt. Besser als Hunde können Katzen kleinen Menschen vermitteln, wie man auf andere Lebewesen achtsam zugeht. Trotzdem umgibt gerade Katzen der Mythos, dass sie mit Kindern einfach nicht zusammen passen – zu Unrecht, wie die folgenden 5 Mythen zeigen, die wir hier ganz klar widerlegen möchten.

1. Katzen müssen sofort aus dem Haus,
sobald sich ein Kind ankündigt

Niemand muss seine Katze(n) abschaffen, wenn ein Baby erwartet wird! Sobald die Schwangerschaft bekannt ist, sollte jedoch lieber der Partner oder eine andere verantwortliche Person die Katzenklos reinigen, um eine Infektion mit Toxoplasmose zu vermeiden. In Wahrheit wird der Toxoplasmose Erreger nur selten über Katzenkot übertragen. Hauptsächlich wird er über verunreinigtes, rohes Fleisch auf den Menschen übertragen. Um also auf der sicheren Seite zu sein, sollte man als schwangere Frau kein Katzenklo reinigen – und auf den Verzehr von rohem Fleisch verzichten.

2. Katzen saugen Babys die Luft zum atmen ab

Eine Mär, die mindestens aus der Zeit des Mittelalters stammt besagt, dass Katzen kleinen Kindern die Atemluft absaugen würden. So verbreitet wie dieser Aberglaube bis heute ist, so unwahr ist er: Es ist bis heute kein Fall bekannt, in dem eine Katze tatsächlich einem Säugling die Luft zum atmen „gestohlen“ hätte. Wahrscheinlich ist, dass dieser Mythos in einer Periode der Hungersnot entstanden ist. In Wahrheit befürchtete man wohl, dass Katzen aus Hunger Babys die Muttermilch aus dem Mund saugen könnten. 

3. Schreiende Kinder treiben Katzen zu wahnsinnigen Taten an

Ein dauerschreiendes Kleinkind kann erwachsene Menschen an den Rand des Wahnsinns treiben. Dass Katzen sich davon anstecken lassen, ist verständlich. Ein Aberglaube besagt jedoch, dass Katzen in die Wiegen von schreienden Kindern krabbeln, um sich auf sie zu legen und sie (für immer) zum Schweigen zu bringen. An dieser Behauptung ist nichts Wahres! Möglich ist, dass eine Katze zu einem schreienden Kind geht um zu schauen, was mit dem Kleinen los ist. Niemals jedoch wird sich eine gesunde Katze auf ein schreiendes Baby legen, um ihm die Luft abzudrücken. Wenn Katzen zu (leisen) Kindern in die Wiege kriechen, so besteht immer auch die Möglichkeit, dass sie in Wahrheit Wärme beim Baby suchen.

4. Katze gefährlich für Baby? Katzen hassen Babys (nicht!)

Ist eine Katze gut mit Menschen sozialisiert und hat ein Kind gelernt, die Grenzen anderer Lebewesen zu achten, so sind Kind und Katze theoretisch dafür prädestiniert, die allerbesten Freunde zu werden. Katzen bedrängen ein Kind weniger, als beispielsweise ein Hund dies tun würde, sagen Verhaltensforscher. Um Katzen an einen Säugling zu gewöhnen kann es hilfreich sein, sie zunächst an den Gegenständen schnüffeln zu lassen, mit denen das Baby in Kontakt gekommen ist. Das kann man sogar schon machen, wenn Baby und Mutter noch im Krankenhaus sind und erst in einigen Tagen nach Hause kommen werden.

5. Katzen haben Flöhe und diese Flöhe können ein Baby umbringen

Um auf der sicheren Seite zu sein, raten Tierärzte seit vielen Jahren dazu Katzen spätestens dann auf Flöhe untersuchen und gegebenenfalls behandeln zu lassen, wenn ein Baby ins Haus kommt. Tatsächlich können Katzenflöhe einem Baby aber im schlimmsten Fall Juckreiz und Hautausschlag bescheren.

lt. Süddeutsche Zeitung vom 11.05.18

Was Katzen wollen sollen

Was Katzenfutter "Mit viel Soße" mit dem Tenorsaxophonisten Kamasi Washington zu tun hat

Kolumne von Oliver Hochkeppel


Erinnern Sie sich noch an den alten Werbespruch "Katzen würden Whiskas kaufen"? Er stammt aus der Zeit, in der ich mit Katzen aufgewachsen bin und in der es außer besagten Dosen kaum anderes Futter zu kaufen gab. Dann hatte ich aus verschiedenen Gründen 20 Jahre lang keine Katzen mehr. Seit gut einem Jahr dürfen wir jetzt wieder das Revier von zwei Stubentigern mitbewohnen - und diesem Umstand verdanke ich die Erkenntnis, dass Hegel doch Recht hat mit dem ewigen Fortschritt unserer wunderbaren Welt.

Denn heute kann man aus hunderten von Katzenfuttern in Döschen und Tütchen wählen, und da steht nicht mehr nur "Huhn", "Rind" oder "Fisch" drauf, sondern "Fleischstückchen mit Huhn & Reis plus Vollwertflakes" (von der Marke "Schmusy Nature"), "Tendre Effilés à l'Agneau en Gelée" (mit dem Zusatz: "So gut, wie es aussieht") oder "Tonno con Ginseng". Bei einer Marke prangt jetzt auf allen Tüten der Schriftzug: "Mit viel Soße". Vielleicht als Ausgleich zum "Trockenfutter-Shuttle", in dem sich "getreidefreies Trockenfutter für Allergiker-Katzen, die sich optimal ernähren wollen", befindet.

Ein gewisses Problem dabei ist, dass Katzen sich partout nicht optimal ernähren wollen und ihr Futter immer noch nicht selber kaufen. Zumindest meine sind blöderweise immer noch so konditioniert, dass sie am liebsten Mäuse und Vögel am Stück runterwürgen würden (Katzen sind bekanntlich Schlinger). Ganz ohne Soße. Die ganze Werbemaschinerie (samt den betörenden Aromen, die den Fleischabfall so toll riechen lassen) wird also nicht für den Endverbraucher angeworfen, sondern für den, der das Zeug kaufen soll.

Was mich, zugegeben ein harter Schnitt, an Kamasi Washington (18. Mai, Neue Theaterfabrik) denken lässt. Ist der Saxofonist aus L.A. doch seit seinem Monsterwerk "The Epic" vor drei Jahren mit so viel Kritiker-"Soße" übergossen worden, dass er jetzt allüberall als Gallionsfigur und Retter des Jazz dasteht. Ich schließe mich da eher unserem musikaffinen, aber nüchternen Chefredakteur an, der ihn für "überschätzt" hält. Denn anders als so viele junge Europäer, die wirklich völlig neue Wege gehen, betreibt Washington eher Jazz-Recycling - das freilich auch dank der Ausnahme-Musiker seines "Get Down"-Kollektivs auf allerhöchstem Niveau. In viel Streicher- und Orchester-Soße hat Gregory Porter zumindest im Studio seine Hommage an Nat King Cole getunkt, was einen der größten Jazzpianisten aller Zeiten vom Schlagersänger übertönen lässt. Live (23. Mai, Philharmonie) soll der bärenstarke Sänger das aber wettmachen, hört man. Eher trocken ist der Brocken, den der österreichische Kultgitarrist Karl Ratzer serviert (12. Mai, Unterfahrt). Trotzdem alles andere als Katzenmusik.

lt. Burstädter Zeitung vom 07.05.18 

So baut man eine Schutzbox für Katzen

tierschutz schutzbox

Tipps und Tricks

Bonn (dpa/tmn) -
Eine Schutzbox bietet Straßenkatzen oder dem eigenen Tier eine gute Rückzugsmöglichkeit. Man kann sie mit wenig Materialien ganz einfach selbst bauen, erklärt der Deutsche Tierschutzbund.

Alles, was man braucht, ist eine 
Styroporkiste mit Deckel. Man kann sie entweder kaufen oder in Aquaristik-Geschäften nachfragen. Dort werden sie oft kostenlos abgegeben.

Mit einem Messer schneidet man ein Eingangsloch in die Box. Sie wird anschließend mit einer festen Folie, etwa aus dem Baumarkt, ausgekleidet und beklebt. Zum Auspolstern der Kiste eignet sich Stroh. Zum Schluss kann man noch den Deckel auflegen, damit das Tier ungestört ist.