Quelle: Spiegel Online 30.05.2018

Missstände in Legehennen-GroßanlageWo die Billigeier herkommen

Vögel ohne Federn, verwesende Tiere, mit Kot verdreckte Ställe: Diese Aufnahmen zeigen einen Betrieb mit Hunderttausenden Legehennen in Bodenhaltung, der auch die großen Lebensmittelhändler wie Edeka oder Aldi beliefert.
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Fotos, aufgenommen in einem Stall der Ehlego Landhof GmbH im brandenburgischen Roggosen. In dem Bodenhaltungsbetrieb werden Eier für den Verkauf in Supermärkten und Discountern wie Edeka, Rewe, Marktkauf, Aldi Nord oder Netto-Markendiscount produziert.

Die Fotos, die SPIEGEL ONLINE von der Tierrechtsorganisation Animal Equality zur Verfügung gestellt wurden, dokumentieren Verstöße gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung wie beispielsweise tote Tiere, die bei täglich mindestens einer Kontrolle entfernt werden müssten.

Mindestens ein Tier ist schon mumifiziert und liegt dementsprechend schon deutlich länger als 24 Stunden dort.

Auf dem Transportband für die frisch gelegten Eier liegt ein totes Huhn. An mehreren Stellen im Stall kommen die Eier offenbar in Kontakt mit Blut, Kot oder toten Tieren. In Deutschland werden Eier nicht gewaschen, bevor sie in den Handel gelangen.

Viele Legehennen in dem Stall haben kahle Stellen nicht nur an Brust und Bauch, sondern auch am Rücken und Kopf. Der Grund dafür dürfte gegenseitiges Bepicken sein - in Großställen ist das häufig der Fall, nach Ansicht von Veterinären lässt sich das aber durch gute Haltungsbedingungen minimieren.

Einige der Tiere weisen auch Verletzungen am Legeapparat auf. Auch das kann durch gegenseitiges Bepicken entstehen, die offenen Wunden können sich leicht entzünden.

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Quelle: Kölner Stadtanzeiger  24.05.2018

Tierquälerei in Köln-Porz 
Frau lässt Welpen bei Hitze zwei Tage im Auto

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Köln-Porz -

Zu 3500 Euro Geldstrafe hat das Amtsgericht am Donnerstag eine Frau verurteilt, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen hat. Im August 2016 hatte die 50-Jährige aus Porz eine Box mit zwei fünf Monate alten Schäferhundwelpen in den Kofferraum ihres Wagens gestellt und dort zwei Tage lang gelassen.

Die Temperatur soll bis auf 36 Grad gestiegen sein. Eine Passantin wurde aufmerksam und verständigte die Polizei. Das erste Strafverfahren in der Sache war eingestellt worden mit der Auflage, 800 Euro zu zahlen. Dem kam die Frau nicht nach. Zur neuen Verhandlung im Amtsgericht erschien sie nicht; das Urteil erging deshalb per Strafbefehl. (cs)  –

Quelle: https://www.ksta.de/30513044 ©2018

Quelle: WDR 22.05.18

Unbekannte brachen in Tierheim ein - 37 Tauben getötet

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  • 37 Tauben - teilweise flugunfähig oder behindert - getötet
  • Tier scheidet als Verursacher aus
  • Tierheim sucht neues Zuhause für verbliebene Tauben

Am Sonntag (21.05.2018) entdeckten Mitarbeiter des Tierheims Dornbusch in Schalksmühle (Märkischer Kreis) einen schweren Fall von Tierquälerei: 37 Tauben sollen von Unbekannten getötet worden sein, vier weitere Vögel lagen verletzt in dem Taubenschlag des Tierheims.

Ein Raubtier scheidet als Verursacher aus: "Denn ein Tier kann keine 4 Türen öffnen", erklärt das Tierheim Dornbusch. Um an den Taubenschlag zu gelangen, wurde eine Tür ausgehebelt und drei weitere Türen geöffnet. 

Neue Unterbringungen gesucht tauben getötet2

Das Motiv für die Tat ist völlig unklar: Die Tauben können laut Tierheimleitung nicht frei fliegen, somit würden Anwohnern nicht belästigt. Auch Anfeindungen gegen die Taubenstation habe es bisher nicht gegeben.

Aus Angst, dass die Täter wiederkehren könnten, suchen das Tierheim und die Stadttaubenhilfe noch Unterbringungsmöglichkeiten für die fast 70 verbliebenen Tauben. Die Tiere sind teilweise flugunfähig oder behindert.

Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet.

 

 

Stand: 21.05.2018, 15:46

 

Quelle: Tagesschau vom 24.05.18 - Sendung Kontraste ARD

Tierquälerei - amtlich genehmigt

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Lebendtransporte sind ein lukratives Geschäft. Gut das Doppelte bringen Rinder in der Türkei oder Ägypten. Doch bei den Exporten aus der EU wird der Tierschutz systematisch ausgehebelt.

Von René Althammer, Chris Humbs, Susanne Opalka und Lisa Wandt, rbb

Blaue Fliesen bedecken die Wände des Schlachthofes, riesige frische Blutlachen den Boden. Ein gutes Dutzend Männer in Gummistiefeln stehen um ein schwarzes Rind. Plötzlich tritt einer der Männer auf das Tier zu, die Klinge in der Hand. Blut spritzt. Schächten ist ein brutales Handwerk.

Die Bilder stammen von der Tierschutzorganisation "Animals International", aufgenommen irgendwo im Mittleren Osten. Was hierzulande als Tierquälerei gilt, ist dort ein islamischer Brauch, auch wenn es inzwischen Möglichkeiten gibt, die Tiere vorher zu betäuben.

Bei ihren Recherchen stoßen Tierschützer immer wieder auf Rinder aus der EU. Ihr Fleisch ist im Nahen und Mittleren Osten wegen der Qualität begehrt. Dank der europäischen Agrarpolitik gibt es Rinder im Überfluss, für die dringend Abnehmer gesucht werden.

Die Tiere im Schlachthaus sollen aus Rumänien und Deutschland stammen. Auf den ersten Blick ist das nicht zu erkennen, denn die Ohrmarken wurden entfernt, um die Herkunft zu verschleiern. Welcher Händler oder Exporteur will schon gerne mit blutigen Schlachtszenen in Verbindung gebracht werden?

Export lebender Tiere lohnt sich

Besonders gefragt sind lebende Tiere in der Türkei, fast ein Drittel der Exporte - insgesamt 30.346 Rinder - ging im vergangenen Jahr dorthin. Die Gründe, warum es gerade lebende Tiere sein müssen: Die Schlachtung soll nach islamischem Brauch erfolgen und das gesamte Tier kann verwertet werden. Ein lohnendes Geschäft für alle Beteiligten:

Während in Deutschland ein Rind rund 1500 Euro einbringt, kann der Händler in der Türkei, im Libanon oder Ägypten gut das Doppelte verlangen.

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EU-Tierschutzverordnung endet nicht an den EU-Außengrenzen

Seit fast einem Jahrzehnt verfolgt Iris Baumgärtner von der Tierschutzorganisation "Animal Welfare Foundation", ob bei den Lebendtierexporten auch die europäischen Tierschutzstandards eingehalten werden, denn  die europäischen Tierschutzvorschriften gelten vom Abfahrtsort bis zum Ziel - egal wo.

Für Transporte über Tausende Kilometer gibt es strenge Vorschriften: Die Tiere müssen nach 29 Stunden Fahrt für einen ganzen Tag zum Füttern und Tränken entladen werden. Doch jenseits der EU-Grenzen fehlt es oft an entsprechenden Versorgungseinrichtungen und Ställen.

Wenn dies nicht möglich ist, dann dürften die Transporte eigentlich nicht genehmigt werden. Soweit die Theorie. In der Praxis sind dafür die Veterinärämter der Landkreise zuständig. Doch nach Kontraste-Recherchen werden die Transporte oft nach einem oberflächlichen Check durchgewinkt.

Transporte schwierig zu prüfen
Eine Tierärztin berichtet Kontraste von der gängigen Praxis: Oft erhält sie nur Ortsnamen, keine genauen Adressen. Mit Hilfe von Google-Maps versucht sie dann zu überprüfen, ob dort Ställe oder ähnliches vorhanden sind. "Wenn an dem angegebenen Ort überhaupt kein Stall vorhanden ist, sondern, weil es dort nur Wohnhäuser gibt oder nur einen großen Spielplatz, dann kann ich das natürlich verhindern." Aber auch nur dann. Die Tierärztin kann sich natürlich auch an eine Liste der EU halten mit einer Übersicht zu Ställen in Drittländern, wo die Tiere angeblich versorgt werden können. Das Problem: Die Liste stammt von 2009 und ist weitgehend wertlos, meinen Tierschützer.

Tiertransporte aus der EU sind schwierig zu überprüfen.

Kontraste hat einen ganz normalen Rindertransport verfolgt: Ausgangspunkt ist das bayerische Ohrenbach. Hier werden an einem Morgen im Mai 62 trächtige Jungrinder abtransportiert. Kontraste wollte wissen, wohin diese Kühe gebracht werden. Das zuständige Landratsamt nennt auf mehrmalige Nachfrage das Ziel: Gissar in Tadschikistan. Neun Tage soll die Fahrt dorthin dauern, es geht über gut 6500 Kilometer. Können die Tiere ruhen? Das Landratsamt Amberg-Sulzbach teilt mit: "Uns liegen zurzeit nur die Daten der Transportplanung vor. In dieser müssen lediglich die Orte und nicht die genauen Adressen der Kontroll-, Versorgungs- oder Sammelstellen eingetragen sein."

Ob es an den angegebenen Orten also auch entsprechende Stallungen gibt, wurde vor der Genehmigung des Transports offenbar gar nicht geprüft. Eine klare Missachtung der europäischen Tierschutzbestimmungen, meinen Rechtsexperten - doch leider Alltag in der EU.

 

Quelle: 

 

Pressemitteilung von: Deutsches Tierschutzbüro e.V. / PR Agentur: Deutsches Tierschutzbüro e.V.
Deutsches Tierschutzbüro beurteilt die Forderungen von FDP und CDU, Tierschutzorganisationen die Gemeinnützigkeit zu entziehen, als haltlos und ungerechtfertigt.

FDP mit haltlosen Vorwürfen gegen Tierrechtler

Berlin/Hannover, 17.05.2018.
In der morgigen Plenarsitzung des Landtages in Niedersachsen plant die FDP-Fraktion die Einbringung eines Antrags, der Tierrechtler haltlos diskreditiert und der rechtlich nicht haltbar ist. Die Fraktion fordert, Tierschutzorganisationen die Gemeinnützigkeit zu entziehen, wenn diese zu Straftaten aufrufen oder sie selbst begehen. Ähnliche Forderungen stellen auch die FDP-Bundestagsfraktion, Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Das Deutsche Tierschutzbüro beurteilt die Forderungen als haltlos und ungerechtfertigt. Bezug nehmen die Anträge auf Undercover-Aufnahmen aus der Nutztierindustrie, die durch Vereine wie das Deutsche Tierschutzbüro öffentlich gemacht und dadurch Fälle von Tierquälerei aufgedeckt wurden. Dies betraf in der Vergangenheit auch mehrere Betriebe in Niedersachsen, die erst durch Enthüllungen dieser Art zur Anzeige gebracht wurden. Jan Peifer, Vorsitzender des Deutschen Tierschutzbüros, verurteilt den Vorstoß: "Die Anträge der FDP und die Aussagen von Seiten der CDU verleumden unsere Arbeit und beruhen nur auf falschen Tatsachen. Das ist klare Stimmungsmache und richtet sich gegen den Tierschutz!"

Mit ihrem Antrag möchte die FDP Tierschutzorganisation wegen des Begehens von Straftaten die Gemeinnützigkeit entziehen. Dazu ist festzuhalten, dass die Organisation Deutsches Tierschutzbüro weder Straftaten begeht noch dazu aufruft. Der gemeinnützige Verein veröffentlicht Undercover-Aufnahmen von Tierquälerei in Mastbetrieben, Stallungen und Schlachthöfen, die von Aktivisten aufgenommen und an den Verein weitergegeben werden. Das Deutsche Tierschutzbüro sah sich schon in der Vergangenheit Anschuldigungen dieser Art ausgesetzt und ging gegen diese erfolgreich vor Gericht vor (Oberlandesgericht Köln, AZ 15 U 136/15). Das heimliche Filmen solcher Videos erfüllt entgegen der Behauptung der FDP und CDU nicht den Strafbestand eines Einbruchs, sondern stellt, wenn überhaupt, einen Hausfriedensbruch dar. Die Darstellung von FDP und CDU in ihren Aussagen ist juristisch daher nicht haltbar. Zusätzlich wurden erst kürzlich richtungsweisende Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH, Urt. v. 10.04.2018, Az. VI ZR 396/16) und des Oberlandesgerichts Naumburg (BGH, Urt. v. 10.04.2018, Az. VI ZR 396/16) zu Gunsten von Tierrechtsaktivisten gefällt. Beide Gerichte sprachen sich für die Aufnahme und Verbreitung der Bilder aus. 

Darüber hinaus hat die FDP-Landtagsfraktion bzw. der niedersächsische Landtag keine Befugnis, den erwähnten Organisationen die Gemeinnützigkeit zu entziehen. Dies wäre nur möglich, wenn die Vereine in Niedersachsen eingetragen sind, was nicht der Fall ist. Eine Gesetzesänderung der Abgabenordnung könnte nur auf Bundesebene beschlossen werden.

"Der Antrag der FDP-Landtagsfraktion und des agrarpolitischen Sprechers Hermann Grupe scheint klar von der Agrar-Lobby getrieben zu sein. Weder scheinen die Verantwortlichen ihre Kompetenzen, noch die Gesetzeslage in Deutschland zu kennen, anders ist so ein haltloser Vorstoß gegen die Interessen der Tiere nicht zu erklären", so Peifer. Die Forderungen von FDP und CDU scheinen vor allem die Landwirtschaft und Nutztierindustrie schützen zu wollen. Aktuell und in der Vergangenheit gab es immer wieder Fälle von gesetzeswidrigen Zuständen und Tierquälerei in deutschen Anlagen. Trotz gesetzlicher Regelungen und Kontrollen kamen und kommen diese jedoch selten zur Anzeige. Oftmals wurden verantwortliche Kontrollstellen und Ämter erst nach der Veröffentlichung von Undercover-Recherchen tätig. Gerichtsurteile und Meinungsbilder innerhalb der Gesellschaft zeigen, dass diese Art von Aufklärung als wichtig und rechtens angesehen wird. 
Kontakt: Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender Deutsches Tierschutzbüro, mobil: 0171-4841004
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Pressekontakt:
Deutsches Tierschutzbüro e.V.
Herr Fabian Steinecke
Gubener Straße 47
10243 Berlin

fon ..: 030-2700496-11
web ..: www.tierschutzbuero.de
email : 

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